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World Cup Sylt 2010

Das ganze Jahr hab ich mich auf den Saisonhöhepunkt dem legendären WorldCup Sylt gefreut. Wie im Flug ging die Tour des Deutschen Windsurfcups diese Saison vorbei, sodass ich mich Ende August schon voll auf den WorldCup vorbereiten konnte.

Am 23.09. war es endlich soweit…Dieses Jahr einiges luxuriöser als im Vorjahr, mit Anhänger dabei und die 10 Nächte verbrachte ich mit Gunnar Asmussen und Tim Wunderlich im Apartment. Donnerstag verabschiedete ich mich mittags schon in den Feierabend, die letzten Sachen wurden gepackt, und ich begann die Reise ins nördliche Flensburg zu Gunnar. Spät abends trudelte ich dort ein. Nach einem Drink ging es rechtzeitig ins Bett, denn morgen hatten wir einiges vor. Mit Tim, Recke und Gunnar deckten wir uns morgens mit den ersten Lebensmitteln ein und setzten mit dem Autozug auf die Insel der Reichen herüber…zurück nach Westerland.

Die Bullis parkten wir in Strandnähe und liefen als aller Erstes zur Einschreibung in das riesige Materialzelt auf dem Parkplatz direkt hinter Düne. Dort traf man auf viele Rider die ich vom letzten Jahr oder von den Trips durch die Welt kannte und mit denen man einige News austauschte. Das Einschreibungsformular ausgefüllt, um 150 € ärmer und mit reichlich Stickern ausgestattet, das Riderbändchen ums Handgelenk gebunden und zum Schluss noch ein Portraitfoto für die GPRS Verfolgung gehörte dazu. Danach schleppten wir den riesigen Materialberg aus dem Anhänger vorne an den Strand und sicherten uns mit dem Riggbag einen guten Platz für die anstehenden Wettkampftage. Mit ein paar Schweißperlen auf der Stirn ging es auf Apprtmentschlüsselsuche. Mit dem Schlüssel bewaffnet waren alle gespannt wie es ausschaut. Ein kleines, rustikal eingerichtetes Apartment erwartete uns sehnsüchtig. Hoffentlich ist es danach noch bewohnbar ;-) Das Apartment mit bester Lage hatte Gunnar im 1. Stock mit VIP Loogen Balkon mit Blick auf das Materialzelt und tausenden pilgernden Frauen die es in das Partyzelt zog bewusst ausgesucht… Nach dem die ersten Taschen im Apartment verstaut waren, war es schon 16 Uhr und es ging direkt weiter zur Kurmuschel am Westerländer Strand für die Eröffnungsfeier und Vorstellung der Nationen mit den einzelnen Teilnehmern. Insgesamt waren 129 Fahrer aus 31 Nationen am Start. Mehrere Tausende Zuschauer verfolgten das Spektakel. Nach den Blitzlichtgewitter auch für das Team Germany stand noch etwas Arbeit an. Alle Segel mussten mit den Sponsorstickern versorgt werden, die teilweise durch meine und den Teamsponsoren kaum noch Sicht durch das Monofilm ließen...

Nach dem anstrengenden Tag waren alle Vorbereitungen erledigt und somit konnte der erste Regattatag starten. Leider wurde daraus erst einmal nichts. Das Wetter versorgte uns mit reichlich Sonne aber nur 5-10 Knoten die nicht für ein reguläres Rennen reichten. Für uns war somit etwas relaxen angesagt, das Material kontrollieren und vorbereiten, denn die Windvorhersage versprach viel Gutes. Am zweiten Tag frischte der Wind mittags auf und es wurde mit der Disziplin Freestyle gestartet. Der Regattaleiter entschied sich dafür, da für die kommenden Wettkampftage leider viel ablandiger Wind vorhersagt war und man unbedingt ein Freestyle Ergebnis einfahren wollte. Somit waren die Slalom Piloten entlassen. Ich aber nicht, denn für mich ging es direkt zur Sache. Ein Freilos in der ersten Runde gab mir noch etwas Zeit bevor ich auf meinen ersten Gegner den Russen Yegor Popretinskiy traf. Ein hartes Los, aber ich gab mein Bestes. Leider wehte nur ein schwacher, böiger Wind der immer wieder einzelne Heats die Judge zum Abbrechen zwang. Um eine gewisse Gerechtigkeit zu garantieren verlängerte sich die Heatzeit auf 12 Minuten. Ich wählte mein größtes Freestylesegel mit 5,7 qm mit dem ich leider immer wieder einparkte. Mit ein paar Slidemoves konnte ich dennoch punkten. Alle hatten Probleme sich ins Rutschen zu pumpen, somit wartete ich gespannt auf die Entscheidung. Leider reichte es nicht ganz um in die Runde der besten 16 zu ziehen. Für mich war es das für den Tag und ich hatte Zeit die spannenden Endrunden zu verfolgen. Daraus wurde nichts, denn der Wind stabilisierte sich nicht und somit vertagte der Regattaleiter das Viertelfinale auf den nächsten Tag. Auch am Montag glänzte der Wind nicht wie die Vorhersage mit konstanten Gleitbedingungen vorhergesagt. Schlussendlich konnte Finale ausgefahren werden und die spektakulärsten Manöver zeigte der schon ernannte Weltmeister Golitto.

Am nächsten Tag kamen die Slalom Spezialisten am Brandenburger Strand auf ihre Kosten. Schon früh morgens stärkten wir uns in der Fahrerlounge mit einem ausgewogenen Frühstück und bereiteten 3 Segel für den Tag vor. Denn auf der Nordsee kann der Wind sich schnell ändern, um direkt reagieren zu können trimmte ich mein 7,8, 8,7 und mein 9,9 startklar. Ausgestattet mit einem GPRS, mit dem man jeden Fahrer live im Internet verfolgen konnte und auch den Highspeed des Tages angezeigt wurde, startete der erste Heat um 11 Uhr nach dem Skippermeeting. Nur 4 aus 8 Fahrern qualifizierten sich für die nächste Runde was bei dem Starterfeld wahnsinnig hart war. Ich wählte mein 7,8er Aero und mein kleines Slalomboard den F2 SX 68. War dies die richtige Entscheidung? Durch Frühstarts und einem Winddreher, sodass der Kurs angepasst werden musste, verzögerte sich mein Start und auch der Wind flautete ab. Noch gerade reichlich Druck zum Gleiten gab er her. Nur noch 4 Minuten bis zum Start, man merkt plötzlich wie die Anspannung wuchs und der Puls anstieg denn nur noch wenige Augenblicke bis zum Start. Mit Topspeed und einem gelungen 0 Start heizte ich über die Startlinie. Nach Tonne 2, als 3. platziert - Rennabbruch. Der Wind ist leider zu löchrig geworden und somit starteten wir einen neuen Versuch. Wie ich später erfuhr wurde der Countdown live für die Zuschauer durch die Lautsprecher übertragen. GER 289 Best Start Best Start, wieder Rennabbruch kurz vor dem Ziel an Position 3 gelegen. Schnell ans Land wechselte ich auf meinen größeren Stuff. Direkt wieder zum Startboot zurückgekreuzt starteten wir den nächsten Versuch. Leicht außer Atem durch die Hektik bewahrte ich die Ruhe und mir glückte wieder ein hervorragender Start und ich konnte als 4. im Ziel jubeln eine Runde weitergekommen zu sein. Die nächste Runde bestritt ich nicht mit einem optimalen Start und erreichte die Zielleine mit dem 6. Platz, der nicht für das Halbfinale reichte, Endstation. Am Nachmittag schlief der Wind ein und damit war es das für den Tag. Gegen 23 Uhr kam ich auf eine ganz dumme Idee im Apartment und schnitt mir die Hand an einer Dose auf. An einer ganz blöden Stelle an der Außenseite des Daumens, die gar nicht mehr aufhörte zu Bluten. Ich fuhr direkt ins Krankenhaus. Fazit: mit 3 Stichen genäht und Surfen Tabou für die nächstem 14 Tage. Damit konnte ich nicht leben, denn einige Rennen standen noch an. Zum Glück konnte ich meine Hand die nächsten zwei Tage schonen, denn der vorhergesagte Wind erreichte Sylt nicht.

Erst Freitag ging es mit spannenden Slalomrennen weiter. Zur Unterstützung war am Donnerstag mein Bruder eingeflogen der mein Material startklar machen konnte. 2 Schmerztabletten, die Hand gut getaped und eingepackt in einem Arzthandschuh war ich voll motiviert zu starten. Leider etwas gehändicapped reichte es in den nächsten Rennen nicht um in die Runde der besten 32 zu gelangen. Somit rutschte ich von Platz 21 nach 7 Rennen noch auf Platz 41 ab. Dann war Schluss. Sonntagnachmittag um 16 Uhr stand nur noch die Siegerehrung an. Dieses Jahr gingen die Wavefahrer leer aus, denn Wind und Wellen reichten nicht aus. Auch in der Disziplin Freestyle konnte nur die Singleelimination ausgefahren werden. Mit meinem 17. Platz war ich trotz alle dem sehr zufrieden. Im Slalom allerdings hatte ich mir mehr erhofft. Da ich am ersten Tag gut mithalten konnte und durch das Missgeschick wertvolle Plätze verlor. Im nächsten Jahr verletz ich mich hoffentlich nicht und kann auch im Slalom mit einer vorderen Platzierung glänzen...

Bis bald,

Dennis, GER-289