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WorldCup Sylt 25.09. - 04.10.

Gerade aus Sardinien zurück ging es für einen Tag wieder zur Arbeit, in die Sparkasse. Nach der Arbeit habe ich mich erstmal mit Lebensmittel für die nächsten Tage eingedeckt. Abends alle Klamotten ausgepackt, neue Sachen zurecht gelegt und Donnerstagmorgen den Bulli startklar gemacht. Was muss ich alles mitnehmen? bloß nichts vergessen... Klamotten, Surfzeug alles doppelt von meinem Bruder dabei, falls ich was schrotte, Essen, Trinken, Regattauhr, Sonnenbrille, Mütze, Handschuhe, Sonnencreme, I-Pod, alles was man so brauch... und man muss auf Sylt mit allem rechnen, Hagel und Temperaturen unter 10 Grad...

Voll bepackt, mit tiefer gelegten Bulli, 5 Boards, 9 Segeln, 6 Gabeln, 9 Masten ging es um 15 Uhr endlich in den Norden mit der Hoffnung den letzten Autozug um 22:10 noch zu erwischen. Vorher noch kurz die Pressemitteilung geschrieben, mit den Reportern telefoniert um für einen gelungenen Vorbericht in der Tageszeitung zu sorgen. Die Zeit wurde knapp, alle 50 km auf der A1 eine Baustelle mit Tempo 80 und 3 kleine Staus schmälerten die Hoffnung noch heute auf die Insel Sylt zu kommen. Die Hoffnung stirbt zu letzt, mit motorschonenden 105 kmh und nur einer kurzen Pinkelpause kam das Ziel immer näher, sodas ich schon um 21:50 Uhr in Niebül eintraf. Mit dem Autozug in 35 Minuten endlich wieder zurück nach Westerland. Die Müdigkeit merkte ich mir an, als ich von einem DB Mitarbeiter durch Klopfen an der Scheibe geweckt wurde, mit der Bitte endlich den Autozug zu verlassen. Denn alle Autos vor mir waren schon weg nur die hinter mir konnten halt noch nicht runter. Jetzt wollte ich nur noch schlafen, ging leider noch nicht, denn das Bett war noch nicht frei, der Bulli war bis zur Decke voll. Also einmal raus mit dem ganzen Zeug und ab ins riesige Materialzelt. Noch ein kurzer Blick an den Strand, aufgrund des kleinen Materiallagers noch mein Platz mit dem Riggbag gesichert, Zähne geputzt und tot ins Bett gefallen.

Freitag waren dann angesagt: alles an Strand ins Materiallager schleppen, mit jedem Fahrer ein bisschen quatschen was es an Neuigkeiten gibt und welcher Trip als nächster geplant ist, Einschreibung im Materialzelt, alle Segel mit Eventsponsoren bekleben und um 16 Uhr in die Kurmuschel zur Vorstellung der Nationen. Insgesamt waren 118 Teilnehmer aus 32 Nationen und davon 18 Deutsche Starter dabei. Ca. 5000 Menschen versammelten sich vor der Kurmuschel um sich gespannt die besten Windsufer der Welt anzuschauen. Der Wind wehte den ganzen Tag schon mit 10-12 Knoten. Ich nutzte am Abend, wie viele andere noch, den Wind um mein Material perfekt einzustellen, um bestens für den morgigen 1. Wettkampftag vorbereitet zu sein. Daraus wurde aber erstmal nichts. Der Samstag und Sonntag bescherte uns totale Flaute. Quatschen, Chillen, Essen waren die Hauptthemen. Und natürlich das neue Video von Andre FourDimension, welches im Sylter Kino seine Premiere feierte. Für den morgigen Tag schaute die Vorhersage vielversprechend aus und somit konnte es endlich am 4. Wettkampftag losgehen. Frage nur, mit welcher Disziplin?

Um 8 Uhr fiel die Entscheidung, es wurde gerade hell und 4-6 Windstärken wehten aus SW. Mit Freestyle sollte es losgehen. 2 Meter Welle, nicht unbedingt die einfachsten Freestylebedingungen und mein 1. Gegner in der Single Elimination war der zurzeit dritt platzierte der EFPT, Nicolas Akgazciyan. Naja, alles geben und hoffentlich ne Runde weiterkommen. Leider reichte es nicht ganz, obwohl ich mit meinem Heat ganz zufrieden war. Ich konnte mit verschiedensten Spock Variationen, Flakas, Eslider, Puneta und SwitchChachoo punkten. Okay, erstmal Pause und ich hatte Zeit mir die anderen Heats anzuschauen. Um 14 Uhr war die Single-Elimination dann durch und ich durfte auf die Double hoffen, also den 2ten Durchgang. Mein 1. Gegner war Souza aus Brasilien, den ich schon von meinem Wintertrip in Jericoacoara kannte. In beide Richtungen konnte ich ordentlich Punkten und die Sensation war geglückt. Sieg. Mit riesiger Freude wartete ich nun auf meinen nächsten Gegner. Mouro Lemos hieß er, der nächste aus Jeri. Die Nervosität stieg an und somit blieben ein paar Waschgänge leider nicht aus, die mir in der Overall Impression einige Abzüge gaben. Endstation. Trotz alle dem war ich bei meinem WorldCup Freestyle Debüt mit Platz 17 sehr zufrieden.

Für den nächsten Tag sah es sehr stark nach guten Slalom Bedingungen aus. Die Vorhersage stimmte. 12 -18 Knoten erwarteten uns am Brandenburger Strand. Insgesamt 4 Slalom Eliminations konnten bei böhigen Winden gewertet werden. Nur 6 von 12 Fahrern in einem Heat erreichten die nächste Runde. Schwer genug bei dem Niveau. Etwas Pech verfolgte mich in 2 Rennen mit einem Sturz und einem Crash an der Halsentonne mit einem anderen Fahrer. Mit Platz 45 war ich nicht wirklich zufrieden, da hätte mehr drin sein können. Am Mittwoch reichten die Bedingungen nicht und alle Fahrer konnten sich von den letzten 2 Wettkampftagen gut erholen. Denn Donnerstag sollte es richtig windig werden. Zeit um das riesige Eventgelände zu bestaunen und die ganzen Menschenmassen zu realisieren, die extra für uns aus aller Welt anreisten. Ein abwechslungsreiches Partyprogramm ging auch nicht an uns vorbei...Nach langem Warten durften endlich in der Königsdisziplin die Waverider an den Start. Um 8 Uhr gings los, die Temperaturen sanken auf unter 10 Grad und erste Hagelschauer waren für die nächsten Tage angesagt. Ordentliche Regenschauer kamen zu dem Frieren noch dazu und ließen kein Paar Schuhe mehr trocken. Aber die perfekten Bedingungen bei schräg auflandigem Wind sorgten für sensationelle Waveaction und die komplette Single konnte zu Ende gefahren werden.

Der 8. Tag war geprägt von böigem Wind. Leider versuchte der Regattaleiter unbedingt eine 2. Double im Freestyle durchzuziehen anstatt für noch ein paar spannende Slalom Rennen zu sorgen. Somit blieb es bei einem ergebnislosen Wettkampftag. Das letzte Wochenende sollte in die Geschichtsbücher des 26. Colgate WorldCups gehen. Voll auflandiger Wind mit 8-9 Windstärken, Sturmwarnungen und 5 Meter Welle rollten an den Strand. Übernacht musste der ganze Strand aus Sicherheitsgründen geräumt werden und alle Zelte wurden bestens gesichert, sodass Sie nicht über die Insel abheben. Für mich hieß es allen Stuff hinter den Dünen ins Materialzelt in Sicherheit zu bringen. Die Doubleelimination war spannend wie nie. Klaas kämpfte sich bis ins Finale und sorgte für ordentlich Furore. Er musste sich nur gegen den Sieger Mussolini geschlagen geben.

Somit konnten wie im letzten Jahr alle 3 Disziplinen ausgetragen werden. Am Sonntag ballerte es so hefitg das alle Fahrer mit Robby Naish bei einer SuperSession noch einmal ihre spektakulärsten Moves unter Beweis setzten. Um 16 Uhr stand als letzter Programmpunkt noch die Siegerehrung auf dem Zeitplan, bei der die Eventsieger + Weltmeister gekrönt wurden. Das wars... Für mich ging es ganz entspannt vollbeladen am Montag nach Wesel zurück... Für mich war der WorldCup Sylt wieder ein geniales Event. Ich konnte einiges an Erfahrungen sammeln und mich mit vielen Fahrern austauschen. Nächstes Jahr wieder und noch mehr...

Bis bald

by Dennis
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