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Zum Saisonhöhepunkt, der Deutschen Meisterschaft vor Westerland, reisten nicht nur die besten 70 Deutschen Windsurfer, sondern auch der italienische Meister Andrea Cucci an.

Klaus und Christian Opitz waren bereits sehr früh auf die Insel gereist, um das Material für die Nordseebedingungen einzustellen. Christian hatte eine spektakuläre Autofahrt hinter sich. Als der Anlasser des Autos streikte musste sein Opel Movano auf dem Autozug angeschoben werden. Glücklicherweise kamen ihm tatkräftige, hinter ihm wartende, Autofahrer zur Hilfe… wahrscheinlich aus Eigeninteresse selbst vom Syltshuttle zu kommen.

Am Dienstag vor der Regatta nutzen viele Windsurfer die Gelegenheit, ihr Material bei gefühlten 7°C Luft zum Strand zu tragen, die Eventsticker ins Segel zukleben und noch die ein oder andere Probefahrt auf der durchgewühlten Nordsee zu starten. Auch Jörg Volenec wurde bei 5-6 Windstärken durch die Kraft der Sylter Welle, die bei dem auflandigen Wind eine beachtliche Höhe erreichte, überrascht, die binnen Bruchteilen einer Sekunde seinen Mast zerkleinerte, während Klaus ohne Finne wieder an Land kam. Chris Hafer und Yannick erwischten noch einen der letzten Autozüge und schafften es so gerade noch am Dienstag Abend auf die Insel.

Pünktlich zum ersten Regattatag kehrte die Hochdruckwetterlage ins deutsche Urlaubsparadies zurück. 30°C im Schatten und umlaufende Windstille charakterisieren den ersten, ereignislosen Tag am besten.

Am zweiten Regattatag versprach der Windguru auch nur maximal 2-3kn aus östlicher (ablandiger) Richtung. Diese Windprognose wurde am Vorabend von den meisten Regattasurfern genutzt um einen Abstecher in die legendäre American Bar zu wagen. Es gibt Gerüchte, dass der ein oder andere Windsurfer nicht mehr weiß, wer er nach Hause gekommen ist. Schade nur, dass die Windprognose mal wieder an keinem einzigen Tag zu treffen sollte...

Gegen 17 Uhr am Donnerstag wollte Regattaleiter Peter Stomberg, der den verhinderten Holger Lass ersetzte, zunächst ein Funrace für die zahlreichen Zuschauer auf der Promenade und am Strand starten. Als der Wind weiter zu nahm, wurde es Ernst. Das erste offizielle Rennen zur Deutschen Meisterschaft 2008 wurde beim Volvo Surfcup gestartet. Beim ersten Kursrennen war leider keine Flagge auf dem freien Boot, die den kommenden Massenfehlstart signalisieren hätte können. Völlig losgelöst raste das über 60 Teilnehmer starke Feld zur ersten mehrere Kilometer entfernten Luvtonne, um anschließend festzustellen, dass es in Kürze einen Neustart geben würde. Glück im Unglück hatte der Deutsche Rekordmeister und eindeutiger Favorit Bernd Flessner. Nach der ersten Wende brach auch sein Mast und musste an Land geschleppt werden. Bis zum Neustart verstrich so viel Zeit, dass Bernd an Land in Ruhe einen neuen Mast organisieren konnte, sein Segel erneut aufriggen konnte und pünktlich zum Neustart der ersten Wettfahrt kommen konnte. Die anderen 60 wartenden Windsurfer vertrieben sich mit Däumchendrehen die halbstündige Wartepause, was die Laune unter den Teilnehmern nicht gerade hob. Es ist wirklich traurig, wenn man den O-Ton von einem Mitglied der Crew auf dem Starboot mitbekommt: "..., wenn du das nächste Mal in der letzte Minute oberhalb der Startlinie bist, dann schreibe ich dich auf die Frühstarterliste." Zwischen durch wurde auch mal die Starverschiebungsflagge gehisst. Eine komplett neue Startsequenz blieb natürlich aus.

Der Neustart war ein sauberer Start. Klaus konnte sich direkt mit der Spitzengruppe vom Feld absetzen. Die abendliche, lokale Thermik brach aber schlagartig zusammen, so dass er mehrere Windlöcher vom fünften auf den neunten Platz zurück fiel. Dieses Rennen sorgte bei allen Fahrer für ordentlich Gesprächsstoff. Nach einem Protest gegen die unzureichenden Bedingungen, annullierte die Jury das erste Kursrennen. Die Entscheidung der Jury sollte noch nicht endgültig sein. Am nächsten Tag wurde der Vorfall erneut verhandelt, wobei zunächst die Annullation annulliert wurde, kurz darauf die Annullation der Annulation... Es wird gemunkelt, dass der Gewinner des ersten Kursrennens schon einen Protest beim Deutschen Seglerverband eingereicht hat.

Der dritte Regattatag begann mit einer Slalomelimination, in der sich keiner der Bayerfahrer mit Ruhm bekleckern sollte. Klaus wurde im Vorlauf als Frühstarter identifiziert, im B-Finale brach ihm dann der Mast. Yannick brach bei seinem großen Slalomsegel am Strand beim Aufbauen sein Mast für sein größtes Slalomsegel. Dies war der dritte Neilprydemast innerhalb weniger Tage. Es sollte noch nicht der letzte gewesen sein… Im Halbfinale ließ die Regattacrew mehrere deutliche Fehlstarts durchlaufen. Insgesamt wurden fünf Slalomeliminations gefahren. Am Ende belegte Klaus den 17ten, Christian Opitz den 21ten, Chris Hafer den 30ten und Yannick den 32ten Platz.

Der Samstag brachte zunächst Wind für Kursrennen, und zwar gleich dei Kursrennen back-to-back bei ablandigen Wind. Zwei weitere Kursrennen wurden am Sonntag bei ähnlichen Bedingungen gestartet. Chris Opitz fand langsam zu seiner Form zurück und konnte sich wieder unter den Top 10 platzieren. Am Ende kam Klaus mit den Bedingungen am besten zurecht und landete nach insgesamt 5 Kursrennen auf Platz 9, Christian Opitz auf Platz 13, Chris Hafer auf Platz 20 und Yannick nach weiterem Materialbruch auf Platz 40.

Erwähnenswert ist noch der Sieg von Andrea Cucci im Kursrennen vor Bernd Flessner. In der DM-Wertung gewinnt dennoch souverän der Norderneyer Bernd Flessner, der seinen 13ten Overall-DM-Titel einfuhr vor dem Wiedereinsteiger Gunnar Asmussen und Helge Wilkens. Klaus landete auf Platz 11, Christian Opitz auf Platz 14, Chris Hafer auf Platz 22 und Yannick auf Platz 31.

Bei dieser Gelegenheit sei einmal die Verpflegung der Teilnehmer lobenswert erwähnt; Feinkost Gosch und Flensburger sorgten hervorragend für das leibliche Wohl der Fahrer, ein Standard an den man sich gewöhnen könnte.

Bis demnächst auf dem Dümmersee!

by
Chris Opitz, GER - 69