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Nur vier Tage nach dem DWC auf Fehmarn stand der dritte DWC, diesmal auf Norderney, auf dem Tourenplan. Um die lange Fahrzeit zurück ins Schwabenländle und wieder hoch in den flachen Norden zu vermeiden, blieb ich gleich im sonnigen Norden. Die Windinfo von meinem Teamkollegen Yannick ergab Wind zum Formulartraining auf Norderney. Kurz entschlossen ging es zusammen mit dem DWC Cupper Pawel Dittrich nach Norderney und spätestens auf der Fähre kam jetzt auch endlich so richtig die Urlaubsstimmung bei mir durch.


An den folgenden drei Tagen konnten wir uns bei 9-13 Knoten Wind optimal auf die Wettfahrten vorbereiten. Die Wettervorhersage für die nächsten Tage versprachen vergleichbare sommerliche Bedingungen, wenig Wind, dafür aber schönstes Sommerwetter. Lokalmatador Bernd Flessner, Uwe Sülter und Daniel Müller nutzten auch die Chance zum Training und optimierten ihre Setups. Am Donnerstagabend bzw. Freitagfrüh kamen dann auch die Bayer-Teamkollege Chris und Chris auf der Insel an. Unser jüngster Teamkollege Yannick hatte am Freitag noch eine Klausur zu schreiben und konnte erst am Samstag anreisen.

Nachdem der Shuttleservice das Material sicher an den Strand gebracht hatte konnten alle Teilnehmer entspannt und ohne Hektik ihr Material für den Wettbewerb vorbereiten, denn der Wind sollte erst am Nachmittag für die ersten Wettfahrten stark genug sein. Und so kam es auch, kurz nach der Mittagspause hieß es rote Flagge für das erste Kursrennen bei schönstem Sommerwetter und vor vielen Zuschauern.


Ich entschied mich für einen Steuerboardstart. Die Idee war nicht schlecht, als 5. war ich an der ersten Tonne angekommen und konnte meiner Konkurrenz sehr gut folgen. Auf der zweiten Kreuz machte ich noch einen Platz gut legte aber, auf Platz vier liegend, an der Luvtonne etwas zu früh um, ohne die inseltypische Strömung ausreichend zu berücksichtigen. Teamkollege Chris Opitz stellte sich deutlich besser an und belegte nach der ersten Wettfahrt hinter Bernd Flessner, Helge Wilkens und Gunnar Asmussen einen vierten Platz. Dann folgten Pawel Dittrich auf Platz 5 und ich auf einen 6. Platz. Es folgten zwei weitere Kursrennen, bei denen sich an den Positionen ganz vorne nicht mehr viel tat. Nach drei Kursrennen führte Bernd Flessner vor Helge Wilkens, Gunnar Asmussen, Denis Standhardt, Pawel Dittrich und Klaus Sausen. Auf Patz 8. lag Chris Opitz und auf den 19.Platz Chris Hafer.

Der Wind nahm gegen späten nachmittag etwas zu, so dass die Regattaleitung die Disziplin wechselte, der erste Start zum DWC-Slalom in 2008 sollte folgen. Nach einem schnellen Materialwechsel ging es los. Ich fuhr gerade zum Start, als mir mein neuer 490er Mast mit einem lauten Knall den Dienst versagte. Im Wasser liegend konnte ich das weitere Geschehen nur noch als Schwimmer von außen beobachten. Das DLRG-Rettungsboot brachte mich an Land und ich konnte den Zieleinlauf vom ersten Vorlauf noch verfolgen, Chris und Chris konnten sich für das B-Finale qualifizieren. Kaum war Chris Opitz an Land, tauschten wir schnell die Segel um dann doch noch pünktlich an den Start zu kommen. Die Regattaleitung lehnte eine Startverschiebung um ca. fünf Minuten einfach ab, obwohl die Bedingungen es erlaubt hätten. Für mich und die Teamwertung hatte das fatale Folgen, denn ich kam nicht mehr rechtzeitig zum Start. Konsequenz: Keine Punkte in der Slalomwertung und in der Overallergebnisliste sowie in der aktuellen Jahresgesamtrangliste geht es für mich rasant nach hinten.


Für den Regattasport ist eine so demotivierende und sportlich unvernünftige Fehlentscheidung nicht sehr förderlich. Mit so einem Verhalten vergrault die Regattaleitung eher die noch verbliebenen und neuen Teilnehmer. Ich hoffe dass sich der DWSV-Vorstand diesen Vorgang gewissenhaft anschaut und zusammen mit den Fahrersprechern eine für den Sport förderliche Lösung findet. Nach dem Slalom, den Bernd Flessner vor Gunnar Asmussen und Klass Voget gewann, wurde der erste Regattatag beendet. Chris Opitz konnte einen 14. und Chris Hafer einen 17. Platz belegen und waren auch nicht unbedingt begeistert. Nun war Teamgrillen im Fahrerlager angesagt, vom teameigenen Metzger Uli wurden wir wieder bestens versorgt. Lang wurde der erste Abend für uns nicht, geschwächt durch die Anreisen und den Wettfahrten, waren alle doch sehr müde und platt.

Am nächsten Tag kam gegen Mittag, bei blauem Himmel und Sonne, der Wind mit 10 - 24 Knoten. Ein zweiter Slalom wurde anberaumt. Yannick war inzwischen auch auf der Insel und gemeinsam konnten wir mit der Aufholjagd beginnen. Die ersten beiden Vorläufe wurden nach xfachen Versuchen durchgeführt, und Yannick konnte sich nach einer Aufholjagd auch für das A- Final qualifizieren. Leider war ´der Wind sehr unbeständig und so mussten wir nach einer Kursverlegung und mehreren Startversuchen ohne ein zweites Slalomergebnis nach mehreren Stunden auf dem Wasser wieder an Land zurückkehren. Nach zwei Stunden stabilisierte sich der Wind und das vierte Kursrennen wurde um 17:30 gestartet. In dem änderten sich die Ergebnisse sowie die Position unter den Top Fahrern nicht mehr nennenswert.


An Land wehte, zur Überraschung vieler Teilnehmer bei besten Kursrennbedingungen schon um 18:00 AP über Alpha. Es fanden an dem Tag keine weiteren Wettfahrten mehr statt. Die Windvorhersage für den nächsten Tag war sehr niedrig, was viel Telnehmer bewog abends noch auf die Party im „Haus der Insel“ zu gehen und zu feiern. So auch das Bayerteam. nach dem Teamgrillen folgten im weissen Eura-Partybus, ein paar Runden Würfelspiel (Mäxle) mit kleinen Einlagen für die schlechtesten Luger. Gut gelaunt und sehr leicht vorgeglüht ging es dann zur Party ins Haus der Insel und zum Abschluß in die Milchbar.... Wie lange wird nicht verraten (Betriebsgeheimnis).

Der Morgen kam und mit Ihm die Hoffnung auf Windstille, etwas mehr Schlaf und keinen dicken Kopf. Die Hoffnungen erfüllten sich und erst am späten Nachmittag wurde es windiger. Somit folgte der Start zum fünften Kursrennen. Bei sehr schwachem Wind konnte ich mich nach Helge Wilkens und Fabian Mattes auf den dritten Platz vorkämpfen. Leider wurde das Rennen abgebrochen. Es folgte noch ein zweiter Versuch, aber der musste mangels Wind abgebrochen werden, was teilweise zu Diskussionen unter den Fahrern über das Windlimit führte. Aber was nutzten die Diskussionen, das war es mit dem Surfen auf Norderney, jetzt ging es mit dem Programm an Land weiter, Beachvolleyballcup, Party, Livemusik, und das inzwischen schon obligatorische warten auf Wind bis zur Siegerehrung und Abreise.

Gewonnen hat, wie so oft Bernd Flessner vor Gunnar Asmussen und Helge Wilkens. Im Slalom konnte hinter Bernd Flessner und Gunnar Asmussen, Klass Voget den dritten Platz belegen. Chris Opitz belegte einen 8. Platz und Chris Hafer einen 19. Platz. Durch den Mastbruch im Slalom und der ungeschickten Regattaleitungsentscheidung konnte ich nur den 14. Platz belegen, was uns auch in der Teamwertung auf einen vierten Platz zurück schmiss. Einzigster Trost für mich, war der 6. Platz im Kursrennen. Für Yannick hat sich die Reise nicht gelohnt, er brachte kein Ergebnis auf Norderney ein, da nur ein Vorlauf für ihn zustande kam. Bis auf die Slalomfehlentscheidung durch die Regattaleitung, war Norderney eine sehr schöne Veranstaltung, die dank der sehr guten Organisation sehr viel Spaß gemacht hat. Ich werde wiederkommen, das steht fest.


Vielen Dank dafür an Bernd Flessner und Rudi König mit seinem Team, bis demnächst auf Rügen!

by
Klaus, GER - 35