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Kapstadt

 

Nach einem sehr guten Nachtflug mit Lufthansa kam ich endlich früh morgens in Kapstadt an. Der Flugplatz ist kaum wieder zu erkennen, obwohl es doch erst zwei Jahre her ist, dass ich hier war. Die gigantischen Bauwerke für die Fußball-WM haben das Stadtbild ziemlich verändert. Kaum in Kapstadt angekommen, lässt sich auch gleich südafrikanische Mentalität erkennen. Mein Vater, der seit 5 Jahren dort lebt, kommt erst 20 Minuten nach meiner Ankunft, er hat sich also schon richtig angepasst an das etwas ruhigere Leben.


 
 

 
 

Na ja, erst einmal Sonnenschein und Wärme - was will man mehr? Stimmt genau - ne kleine Abendsession am Sunsetbeach. Gegen 16 Uhr setzte der berühmte Süd-/Ostwind ein und so bekam ich gleich an meinem ersten Abend meine Session am Sunset. Die nächsten 2 Tage hatten wir leider keinen Wind, so blieb Zeit erst einmal alte Freunde besuchen und ausgiebig die Sonne am Strand genießen. Dann versprach die Wettervorhersage guten Wind, aber leider eine schlechte Swellrichtung für die Tafelbucht. Kurz überlegt - ab ans Kap, eine gute Entscheidung wie sich herausstellte. Das Kap überraschte mit einer guten 2,5 Meter Welle und Wind fürs 4,5 Prydesegel, dazu Lowtide, also Ebbe und damit die besten Bedingungen, die wir bis zum Sonnenuntergang surften. Der Plan für den nächsten Tag war derselbe und er ging auf - in der Tafelbucht zeigte sich keine Welle, und wir hatten wieder einen guten Tag am Kap. Erst nach mehreren Tagen surfen am Kap wir entschieden uns in Kapstadt zu bleiben, wo der Wind erst sehr spät einsetzte. Erster Stopp auf der Surfpatrol war Sunsetbeach. Da es dort wie ein schlechter Tag an der Ostsee aussah, entschieden wir uns, trotz des spät einsetzendem Wind, nach Melkbosch zu fahren und dort unser Glück zu versuchen, wo wir eine kleine aber steile Welle fanden. Diese nutzten wir natürlich wieder komplett aus und surften bis wir die Hand vor Augen nicht mehr sehen konnten. Es wird einem schon ein wenig unheimlich, wenn es anfängt dunkel zu werden und man die Surfer auf dem Wasser nur noch an einer Hand abzählen kann. Dann stellt man sich doch einmall mehr die Frage, ob dort unten irgendwo ein weißes Ungestüm ist, das nur darauf wartet, einen Surfer zum Abendbrot zu bekommen. Zum Glück habe ich noch nie etwas davon gesehen, und glaube auch nicht, dass es so etwas gibt, sondern nur Geschichten sind... man muss also nur das Kopfkino ausblenden ;-)


 
 

 
 

Nach der Vorhersage für die nächsten Tage sollte etwas Dickes auf uns zukommen, zum Glück aber gab erst einmal mit einen Tag Windpause und damit Zeit, etwas Energie zu sammeln. Und dafür bietet Kapstadt jede Menge Gelegenheit, eine sehr pulsierende Stadt, mit weiteren beinahe unendlichen Möglichkeiten im Umfeld. Auch an Unterkünften ist für jeden etwas dabei, mein Geheimtipp ist die Pension Apper-Bloem-Street, sehr schön um zu relaxen. Am angekündigten Big Day setzte sich zunächst der Wind noch nicht richtig durch, aber die Wellen versprachen einen guten Tag. Zwei Stunden später waren wir endlich auf dem Wasser, und surften in richtig guten Bedingungen für die nächsten 3 Stunden. Dann war ein Spotwechsel angesagt; ab nach Melkbosch, in der Hoffnung auf noch bessere Bedingungen. Zu unsrem Endsetzen waren hier kein Wind, dafür aber Welle. Wir standen vor guten 5 Meterwellen, nur ohne Wind wäre das ein ziemliches Kamaikazeunternehmen geworden. Plan B war Haagkat, der Spot zwischen Sunset und Melkbosch. Dort liefen saubere 4 - 5 Meter-wellen bei perfekten Windbedingungen. Dieser Tag wurde zu unserem besten Tag des Urlaubes. Ich hatte einige gute Waschgänge, was in Haagkat immer eine besonders lustige Angelegenheit aufgrund des dort massiv auftretenden Kelps, dem dicken Seegras, ist. Kann passieren, habe wohl teilweise mal wieder zu lange auf der Welle gewartet, aber ohne Risiko und die daraus resultierenden Abgänge würde der Spaß ja auch fehlen...


 
 

 
 

Die nächsten Tage war kein Wind, zudem stand Sylvester vor der Tür, somit konnte man sich entspannt auf den Jahreswechsel einstimmen. Nach einen traumhaften Abendessen mit allen Früchten, die man sich vorstellen kann, machten wir uns auf den Weg zur 5 Minuten entfernten Longstreet, der Partylocation in Kapstadt, um ins neue Jahr zu feiern. Die Party startet in den Clubs und irgendwann dann auch komplett auf der Strasse, man hat das Gefühl, dass ganz Kapstadt auf den Beinen ist, um zu feiern. Entsprechend spät und schwer fiel das Aufstehen am nächsten Tag, geweckt vom Wind. Etwas träge bewegten wir uns an den Strand um das neue Jahr auch auf dem Wasser zu beginnen. Unserem Surfstil konnte man ansehen, dass die Nacht davor nicht grade unsere längste war. Wir verbrachten den Tag mehr mit Abgängen, Pause machen und Essen als mit surfen...aber das kalte Wasser machte wach. Die nächsten paar Tage war kein Wind, so das wir uns entschieden ein bisschen Wellenreiten zugehen - zur Abwechslung mal kein Windsurfen. Da wir noch keine guten Fotos im Kasten hatten - was in Kapstadt vom Licht her immer sehr schwer ist – entschieden wir uns mal richtig früh ans Kap zu fahren, um das sonst auftretende Gegenlicht zu umgehen. Gesagt, getan. Um Punkt 5 Uhr fuhren wir in Kapstadt los und waren kurz nach 6 Uhr auf dem Wasser. Der Wind schwächelte ein bisschen, so dass wir nur ein, zwei Stunden draußen waren, aber die waren definitiv ein Erlebnis. Danach schauten wir uns den traumhaften Nationalpark von Capepoint an. Zu Platboom gehören natürlich auch die Babons, eine dort ansässige Pavianart, die wie jedes Jahr geschickt in die Autos der Surfer eindringen und ihr Essen klauen, eine nicht ganz ungefährliche Landplage.


 
 

 
 

So langsam näherte sich das Ferienende. Die letzte Woche hatten wir noch mal Glück und erwischten drei gute Tage in Melkbosch mit super viel Wind. Da ich als kleinstes Segel 4,5 fahre, wurde dies für mich ziemlich anstrengend, aber die Jungs neben mir mit ihrem 3.7er sahen auch nicht gerade so aus, als hatten sie wenig Druck im Segel. So blieb irgendwann nur noch, Abschied vom Strand und dem Tafelberg zu nehmen, und das Surfmaterial zu packen. Nach einem reibungslosen Einschecken und vier traumhaften Wochen in Südafrika machten wir uns auf den Weg nach old good Germany, aber mit Sicherheit war das nicht der letzte Trip ans Kap der guten Hoffnung!


 
 

 
 

Bis bald

Yannick GER - 180