G-99   G-0 Windsurfteam.de
             
Nach der kräftezehrenden Deutschen Meisterschaft auf Sylt gab es eine viertägige Regattapause, bevor es in Wallnau/Fehmarn mit dem vorletzten DWC der Saison weiter gehen sollte. Diese Pause wurde von den meisten DWC-Teilnehmern genutzt um sich zu erholen, mal richtig auszuschlafen und die Wunden zu heilen. Das betraf nicht nur die "alten Säcke", nein, auch der Surfnachwuchs war nach Sylt platt und angeschlagen. Da ich, Klaus Sausen, aus den fernen "sonnigen" Süden Deutschlands stamme, blieb ich gleich im windigen und verregneten Norden um mich auf Fehmarn vorzubereiten. Doch die Vorbereitung war schon nach dem ersten Trainingstag gezwungenermaßen beendet. Eine auf Sylt zugezogene Fußverletzung hatte sich durch das Surftraining weiter verschlechtert. Diagnose der Unfallambulanz des Krankenhaus/Fehmarn, kein Bruch jedoch starke Prellung und Entzündung des großen Zeh und eine SU/AU bis 06.08. Damit war eine Teilnahme am DWC auf Fehmarn unmöglich und das erkämpfen wichtiger und noch fehlender Ranglistenpunkte für mich für die Jahresrangliste 2007erledigt. Ich konnte das Team nur von Land aus unterstützen und blieb vor Ort. Die Wettervorhersagen waren von den bekannten Online-Diensten übereinstimmend, für Freitag Wind zwischen 14 und 19 Knoten und für Samstag und Sonntag schwacher Wind, Sonnenschein und warme Temperaturen. Also doch noch ein bisschen Sommer, wenigstens für zwei Tage. Wie angekündigt ging es am ersten Wettkampftag dann auch los. Bei 14-17 Knoten Wind und Sonnenschein riggten die DWC-Teilnehmer mit fragenden Blicken auf. Mit welcher Disziplin wird wohl gestartet, Formular oder Slalom?
 

 
 

 
Slalom entschied die Regattaleitung beim Skippersmeeting und um 10:15 wurde der erste Slalom gestartet. Die Regattaleitung zog die Vorläufe sehr zügig durch, so dass um 11:14 das erste A-Finale gestartet wurde. Gleich nach dem Start übernahm Bernd Flessner die Führung knapp gefolgt von Denis Standardt. Bis zur ersten Boje konnte Denis mit Bernd gut mithalten, doch dann setzte sich Bernd souverän durch. Chris Opitz (GER-69) wurde 9. er und Chris Hafer (GER-99) konnte sich einen 22. Platz erkämpfen. Die Windbedingungen blieben unverändert (13 - 17 Knoten auf dem Wasser), so dass nach einer kurzen Pause um 12:15 das zweite Slalomrennen gestartet wurde. Diesmal konnte sich Chris Opitz gut in Szene setzen. Vom Start weg konnte Chris bis zur dritten Boje seinen dritten Platz verteidigen, doch dann ließ der Wind nach und Chris parkte mit seinem zu kleinen 7,6 m² g Segel ein. Gegen die Konkurrenz mit bis zu 9,0m² hatte er einfach keine Chance mehr zu kontern und wurde auf Platz 12 verwiesen. Denis erging es nicht viel besser, auch er hatte zu kleines Material und musste sich mit einen 13 Platz zufrieden geben. Den zweiten Slalom des Tages gewann wieder einmal Bernd Flessner (GER-16), das B-Finale konnte mangels Wind nicht gestartet werden und die Regattaleitung beschloss erst einmal zu warten, bis sich die Windbedingungen etwas stabilisierten. Im Fahrerlager wurde über das letzte Slalomrennen noch heftig diskutiert. Waren die Windverhältnisse regulär oder nicht? Schnell bildeten sich zwei Lager und beide Seiten reichten Proteste ein (war ja auch Pause und die Fahrer hatten Zeit...). Erste Entscheidung nach dem ersten Protest, der letzte Slalomlauf also der zweite Slalom-Finallauf wird nicht gewertet und sollte wiederholt werden. Da der Wind für offizielle Slalomrennen zu diesem Zeitpunkt nicht mehr ausreichte, wurde zunächst die Disziplin gewechselt.
 

 
 

 
Pünktlich zum Start des ersten Formularlauf frischte der Wind ordentlich auf. Auf dem ersten Raumschenkel lag Chris Opitz auf einen sehr guten zweiten Platz hinter Bernd Flessner. Doch dann folgte ein Rennabbruch, da der Wind noch weiter auffrischte und das Windlimit von 17 Knoten überschritten wurde. Die Regattaleitung ließ die Teilnehmer auf dem Wasser warten, bis der Wind zumindest kurzzeitig unter die 15 Knotengrenze sank. Bei 10 - 13 Knoten wurde erneut gestartet. Allerdings erneut bei sehr sportlichenBedingungen, bei denen Bernd Flessner vor Vincent Langer (GER-122) und Philip Horn (GER-10) gewann. Chris Opitz (GER-69) belegte einen 9. Platz, Denis Standhardt (GER-189) wurde 11ter und Chris Hafer (GER-99) 21ter. Die Regattaleitung entschied sich für "Back to Back", die Fahrer blieben auf dem Wasser, denn in Kürze soll der Start zum nächsten Rennen erfolgen. Der Wind nahm jedoch konstant weiter zu und so wechselte die Regattaleitung erneut die Disziplin, also wieder Slalom. Jetzt mußte der zweite Protest gegen die Slalomentscheidung verhandelt, also quasi der Protest gegen den ersten Protest. Es wurde entschieden, dass der zweite Slalom-Finallauf jetzt doch in die Wertung ging und es mit dem B-Final weiter gehen würde, was dann auch geschah. Da der Wind stabil blieb folgte unmittelbar danach der Start zum dritten Slalom des Tages. Diesmal konnten sich alle Bayerteamfahrer für das A-Finale qualifizieren. Um 18:45 lag dann das Ergebnis aus dem dritten Slalom des Tages vor. Gewonnen hatte erneut Bernd Flessner vor Helge Wilkens (GER-63) und Denis Standhardt (GER-189). Chris Opitz (GER-69) wurde 6ter und Chris Hafer (GER-99) 15ter. Nach drei Slalom und einem Kursrennen war der damit erste Regattatag zu Ende, und nach Monaten konnte das Bayerteam endlich mal wieder in kompletter Mannschaftsstärke zusammen grillen, nachdem uns zuvor das Wetter uns immer ein Strich durch die Rechnung machte.
 

 
 

 
Am nächsten Morgen wurde ich und der Rest des verschlafenen Fahrerlagers schon um 8:00 von einem kleinen Jungen, mit schütterem Haar und mit einem Modellflieger bewaffnet, aus dem Bett geschmissen. Mozi war sein Name und der Kleine ließ nicht locker, bis ich ebenfalls mit einem Flieger bestückt aus dem Wohnmobil kam. Bei Flaute und strahlenden Sonnenschein wurde um 8:10 die Schonzeit für die Regattasurfer beendet. Showdown für die Männer mit ihren fliegenden und laut kreischenden Kisten. Es dauerte nicht lange bis Chris Hafer das Duo mit seinen erste Geh-/Flugversuchen unterstützten wollte. Ich hatte, auf Bestellung von Chris Hafer, in liebevoller Kleinarbeit einen Flieger aufgebaut, mit dem Chris das Modellfliegen lernen sollte. Jetzt war es soweit, Helmpflicht war angeordnet. Mozi (der Kleine), erwies sich als super Fluglehrer und war ab sofort der Flugpate von Chris. Bevor ich noch sachdienliche Hinweise zu dem Flugverhalten sagen konnte waren die beide schon verschwunden und der erste Start im vollem Gange. Mozi an der Fernbedienung, Chris sollte den Flieger mit Schwung werfen. Doch die Startenergie die Chris dem Flieger mit auf den Weg gab war deutlich zu gering. Nach nur fünf Meter war der Flieger im Kornfeld verschwunden. Rekordverdächtig. Schadensbilanz: Propeller gebrochen, traurige Blicke vom Flugzeugeigner Chris und Erbauer Klaus. Aber richtige Kerle kennen keinen Schmerz. Nach zwei Minuten Reparatur begann die Startprozedur zum zweiten Versuch. Nun flog die Kiste. Am Steuer erneut Mozi. Nach einem souveränen Start übergab Mozi die Steuerung an Chris und die ersten Schaulustigen mussten, mit müden und verärgerten Blicken, die ersten Flugminuten von Chris mit- (über)erleben. Zweite Landung war zugleich der zweite Boxenstopp, ab in den Hangar, die zweite Reparatur war fällig. Diesmal ein Bruch am Leitwerk, Kleinigkeit. Es folgten zahlreiche Starts, Landungen und anschliessende Reparaturen. Verbunden mit dem Lärm und dem Suchen der Flieger im Kornfeld lernten wir auch einheimische Insulaner kennen, z.B. den Kornfeldbesitzer. Nach direkt/kurzer aber sachlich/freundlicher Aussprache verlegten wir freiwillig den Startplatz auf den Deich.
 

 
 

 
Jetzt gab es kein Halten mehr. Luftakrobatik von Mozi und Klaus gepaart mit Ergeiz und puren Überlebenswillen von Chris ließ die Luft brennen (zur Freude der Kinder und zum Ärgernis weniger Badegäste), bis wir nach mehrfachen Wunsch unserer badenden Fans, auch mal eine Pause machten, gezwungener Maßen, den die Akkus mussten ja auch einmal geladen werden. Das Wetter blieb wie es war, sonnig, mit zuwenig Wind für Wettkämpfe auf dem Wasser aber genau richtig fürs Fliegen. Flugeinlagen mit den Hubschraubern waren angesagt, bis auch hier der Saft alle war. Nach einer kurzen Pause folgte die Rote Flagge zum Startbeginn des letzten Flugeinsatzes. Frischgeladen und unter voller Spannung ging es hoch motiviert mit den "lauten" Fliegern weiter, bis Chris seinen letzten Landeanflug ins Wasser setzte. Jetzt war es vorbei, mit Flieger Nummer drei, wobei er noch Regressansprüche gegen den Hersteller der nicht wasserfesten Elektrik prüft. Auch der Regattatag hatte ohne Rennen sein Ende gefunden und Party mit Livemusik war angesagt. Die war richtig gut, wenn auch relativ früh zu Ende, da half auch kein Ausharren und auf Zugabe warten, wie es etwa Chris Opitz versuchte. Am Sonntag war die Wettersituation wie am Samstag. Fast windstill, sonnig und sehr warm. Es konnten keine Rennen mehr gestartet werden. Nur noch das Chillen und Fliegen ging bei dem Wetter, und vor allem frühes Einpacken und in den Stau stellen. Es blieb bei den Ergebnissen vom Freitag. Im Racing gewann Bernd Flessner (GER-16) vor Vincent Langer (GER-122) und Philip Horn (GER-10). Chris Opitz (GER-69) belegte Platz 9, Denis Standhardt (GER-189) Platz 11 und Chris Hafer (GER-99) wurde 21er.Im Slalom gewann Bernd Flessner (GER-16) vor Vincent Langer (GER-122) und Denis Standhardt (GER-189). Chris Opitz (GER-69) belegte Platz 10 und Chris Hafer (GER-99) Platz 21. Overall gewann Bernd Flessner (GER-16) vor Vincent Langer (GER-122) und Philip Horn (GER-10). Denis Standhardt (GER-189) belegte Platz 5 gefolgt von Chris Opitz (GER-69) auf Platz 9 und Chris Hafer (GER-99) auf Platz 20.
 

 
 

 

by Klaus (GER-35)