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Deutsche Meisterschaft Sylt, Westerland (24.08. - 26.08.2007)
Alljährlich auf Sylt, die Deutsche Meisterschaft, und in diesem Jahr war diese sehr international besetzt. Mit Andrea Cucci aus Italien, Jesper Vesterström aus Dänemark und Robert Baldyga aus Polen waren Topfahrer am Start, zusammen mit den qualifizierten Fahrern aus dem Bundesgebiet waren es insgesamt 80 Teilnehmer. Klaus und Christian Opitz waren bereits sehr früh auf die Insel gereist, hatten allerdings Pech, da mangels Wind nicht besonders viel Zeit auf dem Wasser zusammen kam.
Denn Sylt machte dieses Jahr eine Ausnahme von der eigentlichen festen Regel, wonach direkt vor und direkt nach dem Wettkampf Wind ist., bzw im Hochsommer sowieso nicht. Denn pünktlich zum Auftakt der Veranstaltung zog ein Tiefdruckgebiet über die Nordsee, das für alles andere als hochsommerliche Witterungsbedingungen sorgte. Als Denis und Chris anreisten, konnte man in den Regenschauern kaum erkennen, wo die Insel aufhörte, und die Nordsee anfing, und auch die Temperaturen waren, vorsichtig ausgedrückt, erfrischend.

 

Bereits am ersten Tag konnte Regattaleiter Holger Lass daher aus dem vollen schöpfen; es gab genug Wind für die Disziplin Slalom und Segeln um die 8qm. Durch die internationalen Fahrer waren bereits die Vorläufe eine sportliche Angelegenheit, zusammen mit den Bojen zuschauerfreundlich in der Nähe des Shorebreaks wurde den Fahrern einiges geboten. Im ersten Lauf erreichte nur Denis das A-Finale, während sich Chris, Klaus und Chris im B-Finale wieder trafen. Die 2te Slalomelimination wurde direkt im Anschluß angesetzt, mit ähnlichem Ergebnis der Vorläufe. Denis vergriff sich im A-Finale in der Segelwahl und absolvierte den Kurs zusammen mit einigen anderen Fahrern nicht unbedingt in Gleitfahrt, was den Regattaleiter dennoch nicht zum Abbruch bewog.

 

Das B-Finale dagegen wurde aufgrund des weiter abnehmenden Windes zunächst abgebrochen und verschoben. Während sich einige Fahrer auf eine kurze Pause freuten, zeigte Holger Lass, das Windsurfen aus mehr als einer Disziplin besteht und schickte die an Land treibenden Fahrer umgehend zur Disziplin Kursrennen. Bei gemessenen 9-13 Knoten Wind sollten eigentlich die großen Segel trotz Nordseewelle fahrbar sein, dachten sich die meisten. Aber wie schon oft in dieser Saison zeigte sich eine unerklärliche Diskrepanz zwischen den Windmessern und der Realität auf der Bahn. Besonders Denis musste dies mit seinem Leichtwindsegel mit 12qm erfahren und zeigte wie viele andere Fahrer lustige Interpretationen des Themas Schleudersturz aber immerhin noch als 3ter Deutscher auf Platz 6. Chris Hafer kam nur bis zum Start, mit gerissenem Vorliekstampen konnte er zum Segelwechsel wieder an den Strand und im 2ten Rennen bei noch mehr Wind mit kleinem Reservesegel auf Platz 24. Besser mit den ruppigen Bedingungen zurecht kam dagegen Christian Opitz, mit zwei 7ten Plätzen schob er sich am Ende des Tages auf den ten Rang, und war damit 2ter Deutscher. Klaus Sausen durfte nach dem Surfen noch in den Protestraum, da er in Kursrennen 2 von einem anderen Fahrer vom Brett geholt wurde und sich so im Protestraum durch Wiedergutmachung Platz 13 sichern musste. Da der Wind weiter zulegte und sich die Realität nicht mehr in Einklang mit den Windmessern der Regattaleitung blieb, war ein weiteres Kursrennen nicht mehr möglich, und der Regattaleiter schickte die Fahrer zum Duschen, bzw. zum Essen. Bei dieser Gelegenheit sei einmal die Verpflegung der Teilnehmer lobenswert erwähnt; Feinkost Gosch und Flensburger sorgten hervorragend für das leibliche Wohl der Fahrer, ein Standard an den man sich gewöhnen könnte.

 

2. Tag, Formula, Slalom Sowohl der Wind, als auch die Wellenhöhe hatten noch einmal zugelegt, und so kamen die kleinen Slalomboards mit Segeln zwischen 7.6 und 6.5qm zu ihrem Auftritt. Ein relativer langer Kurs, mit Bojen im Shorebreak, dazu eine lange Dünungswelle sorgten für anspruchsvolle Bedingungen, allerdings mit hohem Spaßfaktor. Wieder einmal eine Klasse für sich, Bernd Flessner, wenn auch diesmal zumindest von den internationalen Topfahrern gefordert, gewann er jedes seiner Rennen, abgesehen von einem der Kursrennen am Vortag. Als erstes wurde das B- Finale vom Vortag mit nun ausreichendem Wind nachgeholt, insgesamt 3 weitere Slalomeliminations folgten Schlag auf Schlag. Chris Hafer war zumindest am Start manchmal etwas zu schnell, 2 Frühstarts waren nicht gerade ein Wunschergebnis. Auch Christian Opitz kassierte einen Frühstart ein, bei den gut besetzten Vorläufen war hohes Risiko angesagt. Genau wie Klaus fuhr er dann noch 2 mal im A-Final auf Plätze zwischen 10 und 15. Auch Denis zeigte Nerven in seiner eigentlichen Spezialdisziplin und lag mit Platzierungen 6, 8 und 9 nicht ganz in den angepeilten Top 3. Irgendwie waren alle froh, irgendwann abends vom Strand und dem Sandstrahlgebläse wegzukommen, und unter der warmen Dusche aufzutauen, oder die blauen Flecke zu begutachten. Speziell Christian Opitz scheint ein medizinisches Lexikon zu besitzen, in dem er abends nach neuen Blessuren und Verletzungen für den nächsten Tag suchte...

 

3. Tag Freestyle Bereits in der Nacht war angesichts der Windgeräusche klar, was am Morgen beim Skippersmeeting als Disziplin angesetzt werden würde. Und auch der erste Blick über den Deich zeigte, der Platz war gut bespielbar, mit sideonshore Wind, bis 3m Wellen und dem bekannt/ berüchtigten Sylter Shorebreak zwischen den Steinbuhnen. Klaus erhielt teamintern seinem Rücken zuliebe Starverbot und konnte so die Kamera bemannen, was ihn natürlich nicht davon abhielt, als Experte in Sachen Wave / Freestyle seine Kommentare zu den Manövern und vor allem Abgänge zu geben. Und speziell an Abgängen gab es einiges zu sehen, meist endeten sie auf einer der Buhnen. Auch Christian Opitz erwischte es, zwar konnte er durch hervorragend stilsichere Kraultechnik noch Punkte bei der Jury sammeln, musste aber dann doch feststellen, das Steine haltbarer als Glasfasern sind. Chris Hafer umfuhr die Buhne besser und kam auf Platz 17, ebenso wie Denis, der trotz Doppleloopversuch in einem gut besetzten Heat ausschied. Ab Viertelfinale war das Niveau aufgrund der nationalen und internationalen Freestyleexperten beeindruckend hoch, sehr zur Freude der zahlreichen Zuschauer. Am Ende setzte sich Routinier Bernd Flessner gegen Klaas Voget durch.


Allerdings gab es angesichts der guten Bedingungen einen 2ten Durchgang direkt im Anschluß, bei der Christian Opitz auf seine alte Bekannte traf, die Buhne vor Westerland. Auch Chris Hafer hatte diesmal weniger Erfolg in seinem Heat als in der Vorrunde, während für Denis in Runde 2 Endstation war. So kamen zumindest alle Teamfahrer fisch geduscht in den Genuss, das 2te Finale im Sonnenuntergang zu sehen. Diesmal gewann der aus England angereiste Worldcupprofi Phil Horrocks vor Klaas Voget und Bernd Flessner, der sich aber auch so noch Platz 1 in dieser Disziplin sicherte. Während die Finalisten noch ihre Segel abriggten, startete das legendäre Sylter Abendprogramm, zunächst wie an jedem Abend mit Liveband im Zelt am Strand, später in einer der Bars, jedenfalls für die, die noch genug Kraft hatten..

 

4. Tag, Slalom Denn angesichts des bisherigen Sportprogramms und der weiterhin beängstigend konstanten Wettervorhersage war klar, dass auch Tag 4 kein Wellnesstag werden würde. Und wie zu erwarten, weitere 3 komplette Slalomeliminations bei den bislang anspruchsvollsten Bedingungen im DWC. Die meisten Fahrer waren mit einer 6 vor dem Komma als Segelgröße unterwegs, auch Bernd Flessner bestätigte nach dem 3ten Finalsieg des Tages das angesichts des Windes und vor allem der Wellen vor allem Kontrolle ausschlaggebend war. Entsprechend war gerade das Halsen an den Bojen, sofern man sie in den Wellen gefunden hatte, oft eine haarige Angelegenheit. Denis fing sich so eine Disqualifikation ein, indem er in eine nicht vorhandene Lücke halste und sich danach zusammen mit einem Kollgen schwimmend wiederfand, bevor er im nächsten Finale auf Platz 6 landete. Klaus testete seinen Rücken auf Belastbarkeit und kam mit Plätzen 12 und 13 wieder an den Strand, während Christian und Chris nicht so erfolgreich mit Plätzen zwischen 11 und 35 waren.
Mit diesem Tag stand das Endergebnis der Disziplin Slalom ebenso wie der Disziplin Freestyle fest; Chris Hafer auf 24(Freestyle) / 34 (Slalom), Christian Opitz / 18 , Klaus - / 15 und Denis auf den Plätzen / 9.

 

5. Tag Racing Zum Erstaunen aller war der Wind zurückgegangen, allerdings beinahe komplett auflandig und am zunächst unteren Windlimit. Kombiniert mit dem happigen Shorebreak durften sich die Vertreter der Surfindustrie auf neuen Absatz freuen, denn das Formulamaterial ist nicht zwingend für den Sylter Shorebreak konstruiert. Den rekord dürfte Christian Recke mit 3 zerstörten Riggs halten, auch Denis gestaltete sein 12er Segel neu mit geknickten Latten. Auch Bernd Flessner kontrollierte schwimmend den Küstenverlauf, ebenso wie der dänische Profi Jesper Vesterström und auch Chris Hafer. So lichtete sich das Feld für die Kursrennen des Tages an der Startlinie zusehends, während der Wind weiter zunahm bis wieder die gewohnten Survivalbedingungen herrschten. Klaus kam mit konstanten Platzierungen auf Platz 13 der Formulawertung, Chris Hafer auf Platz 31, Denis und Christian Opitz lieferten sich enge, in denen am Ende Christian Opitz mit Platz 9 die Oberhand vor Denis auf Platz 10 behielt.
Insgesamt 6 Kursrennen, 8 Slalomeliminations und 2 komplette Wave/ Freestylewertungen, 79 Teilnehmer, 5 Tage Wind und Wellen, damit war die deutsche Meisterschaft 2007 definitiv ein Event der Superlative.Nach der Siegerehrung im Eventzelt ging es für Chris und Denis kurz zurück zur Arbeit, während Christian Opitz und Klaus direkt von Sylt nach Fehmarn fuhren, um unterwegs noch etwas zu trainieren...

Bis dahin by Chris
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