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15 Jahre Deutscher Windsurfcup, 10 Jahre White Sands Festival Norderney, angesichts der gehäuften Jubileen konnte man schon einiges erwarten, und so sollte die Insel diesmal noch etwas voller sein als in den Vorjahren. Christian und Denis schafften noch die Fähre am Vortag, und konnten so immerhin Platz im Fahrerlager sichern. In diesem Jahr war es den Surfern erstmals nicht gestattet, mit ihren Fahrzeugen zum Be- und Entladen die Strandpromenade zu befahren, der Deichgraf persönlich hatte wohl Angst um seinen Deich, was aber nur dazu führte, dass der Lieferverkehr zu den Sponsorenständen deutlich ausgeweitet wurde, ein wenig paradox.
Aber dank der Organisation von Local Bernd Flessener war ein Shuttle Service zwischen Fahrer- und Materiallager eingerichtet, der reibungslos funktionierte. Chris hatte die letzte Fähre am Mittwoch abend knapp verpasst, und auf der Suche nach einem Feierabendbier verschlug es ihn in den "Fährkeller", den Tipp für jeden Ethnologen, sprich Völkerkundler. Am Tresen dieser Kneipe dürften die letzten Exemplare der Friesen zu finden sein, und nur mit größten Anstrengung gelang es Chris, die sprachlichen Barrieren zu überwinden, um zumindest ein Bier zu ordern...
 

 
 

 
Angesichts des erwarteten Ansturms auf die Insel fuhren die Fähren Sonderschichten, so dass auch Chris mehr als rechtzeitig sein Material am Strand hatte, um dann ersteinmal auszuspannen, denn die Windvorhersagen stimmten; Strandwetter pur ohne Wind. Erstaunlich war, wie voll der Strand bereits am Freitag war, tatsächlich hatten viele das Pfingstwochenende schon seit langem als Partyhighlight des Jahres in ihrem Kalender gebucht. Mit stündlichen Startverschiebungen verging der Tag eigentlich ziemlich relaxt, nur unterbrochen von immer neuen Dopingbeichten aus der Radsportszene und der zuschauerfreundlichen und fachkundigen Moderation von NDR2. Gegen Abend waren dann die ersten Fahrer bereits im Restaurant, als Regattaleiter Holger Lass doch noch einen Start für 19:15 ansetzte. Erinnerungen an die Deutsche Meisterschaft 2006 auf Sylt wurden wach, bei der beinahe jedes Rennen quasi zur Happy Hour gestartet wurde. Nur wurde es leider keine Happy Hour für das Windsurfteam, denn Christian Opitz verletzte sich bei dem anstrengenden Leichtwindrennen am Rücken, und war für die nächsten Tage damit leider ausser Gefecht gesetzt. Denis startete gut in der Disziplin Formula, mit Platz 5, vor Christian Opitz auf 12 und Chris auf 18 im ersten Rennen, das tatsächlich noch vor Einbruch der Dunkelheit beendet wurde.
Traditionsgemäß fand die Eröffnungsparty direkt am Januskopf statt, allerdings scheiterte jeder Versuch, in das Partyzelt zu gelangen an den Menschenmassen, selbst hinter dn breiten Rücken von Flessi und Denis war ein Vorankommen unmöglich, aber da das Wetter mitspielte war es auch draussen erträglich. Besonders viel wurde von Seiten der Surfer ohnehin nicht gefeiert, sah doch die Windvorhersage fürs Wochenende nach Arbeit aus. Und tatsächlich war am Samstag morgen der angekündigte auflandige Wind da, zusammen mit den Buhnen und schon ansehnlicher Dünung mit erhöhtem Schwierigkeitsgrad bereits beim Rausfahren. Im ersten Rennen des Tages fuhr Denis wieder vorne mit, und auch Chris kam auf Platz 12 ins Ziel. Ähnliche Plazierungen auch im 2ten Rennen, zumindest bis zur 2ten Luvtonne. Kurz vorher quittierte die Fusschlaufe von Chris ihren Dienst, so dass der Vorwindgang eine lustige bis heikle Angelegenheit wurde. Da Rennen 3 gleich im Anchluss gestartet wurde, reichte die Zeit nicht mehr für eine Reparatur, und so konnte Chris vom Strand aus beobachten, wie Denis sich bei zunehmenden Wind und Wellengang steigerte und auf Ansprüche auf den 3ten Gesamtplatz anmeldete.
 

 
 

 
Direkt im Anschluss an das Rennen Nummer 4 (gesamt) setze die Wettfahrtleitung die Disziplin Slalom an. Nur leider spielte der Wind nicht ganz mit, und so wurde, nachdem bereits die Vorläufe eine ziemliche Glücksspielaktion aufgrund von Windlöchern waren, das A-Finale insgesamt 4mal gestartet und jedesmal wieder abgebrochen, da die Fahrer mehr trieben als fuhren....und zumindest so lange auf dem Wasser waren, dass sie sich auch nicht mehr richtig über das für den nächsten Tag für 07:00 Uhr angesetzte Skippersmeeting für die Disziplin Freestyle freuen konnten.
Während die Fahrer damit in 2 Lager gespalten waren, nämlich die eine Fraktion, die den Abend frühzeitig beendete um ausgeschlafen früh am Strand aufzulaufen und die andere Fraktion quasi direkt von der Party im Haus der Insel auf dem Rückweg ins Fahrerlager am Strand vorbeikam, hielt sich der Wind nicht an die Vorhersage der Wetterdienste und zog bereits nachts durch. Das die Wetterdienste es nicht schaffen, brauchbrare Prognosen für Norderney zu erstellen ist insofern umso erstaunlicher, als das der Deutsche Wetterdienst direkt am Januskopf eine Station hat. Und hätte dort jemand am Sonntag morgen seinen Kopf aus dem Fenster gesteckt, er hätte einen Haufen verschlafener Surfer gesehen, die vom Regattaleiter mangels ausreichendem Wind für die Disziplin Freestyle erstmal wieder bis um 09:30 ins Bett geschickt wurde.
 

 
 

 
Diejenigen, die dann erneut am Strand erschienen, wurden Zeugen der neuen DWC Disziplin FormulaWaveFreestyle, einem geschichtsträchtigen Moment. Zum 5ten Formularennen schickte Holger Lass diejenigen, die noch funktionstüchtiges Material hatten, bei schräg ablandigem Wind durch den Schorebreak, um am Horizont das Startboot zu finden. Dort durfte man ersteinmal warten, bis alle Bojen ausgelegt waren, und dabei ausgiebig die massive Dünung bewundern, während der Wind draussen deutlich mehr als am Ufer war. Entsprechend spektakuläre Aktion durfte man dan auch vom Rennen erwarten, und man wurde nicht enttäuscht. Ziemlich der einzige, der in diesen Bedingungen mit bis zu 2m brechenden Wellen noch kontrolliert unterwegs war, dürfte Flessi gewesen sein, der Rest zeigte schon auf der Startkreuz interessante Interpretationen des Themas; Wie überschlag ich mich? Richtig spannend wurde es jedoch erst nach der Luvtonne, von der der Kurs genau in die Brandungszone der Sandbank führte, um dort im völligen Wellenchaos frontal auf die Kreuzseen zuzufahren, die Boje zu suchen, zu halsen und halbswegs Kurs Richtung Ziel zu halten. Bernd distanzierte dann die Konkurrenz und war tatsächlich der einzige, der sich richtig über die "geilen Kursrennbedingungen" freute...
Die Wasserrettung war jedenfalls vollauf beschäftigt, die Trümmer und Fahrer abzubergen, während manche Fahrer direkt Kurs Richtung Strand nahmen, zumindest wenn sie es schafften, irgendwie zu halsen. Fazit des Rennens mit Chris auf Platz 16 und Denis auf Platz 3; Formulaboards sind nicht für Brandung gebaut. Die verbliebenen Recken durften dann gleich direkt nochmal auf den Parcour gehen. Diesmal mit einer weiteren Steigerung, strömendem Regen, der die Sicht beinahe auf null senkte, aber Blindflug war bei diesen Bedingungen ohnehin besser. Erst der Wind und dann der Regen, kannst Du Dich ruhig schlafen legen, so eine alte Seglerweisheit, die auch diesmal zutraf. Denn als der Regen sich in Runde 2 lichtete, ging auch der Wind runter, so dass das Rennen abgebrochen werden musste. So hatten die Boote genug Zeit, das letzte Formulatreibgut abzubergen und an den Strand zu bringen.
 

 
 

 
Der Wind drehte im Laufe des Tages weiter fröhlich um die Insel, reichte aber nicht mehr für ein Rennen aus. Somit blieb genug Zeit, sich dem Finale des Beachvolleyballcups zu widmen, der parallel zum Deutschen Windsurfcup stattfand. Und immerhin auch Zeit für die Party am Sonntag abend, die allerdings an diesem Abend nicht im haus der Insel, sondern eher in kleineren Kreisen, etwa in der sauerstofffreien Milchbar am Strand stattfand. Denn für den letzten Tag war nur schwacher Wind angesagt, und zumindest diesmal sollten die Wetterdienste richtig liegen. Für die Fahrer eine willkommene Möglichkeit, das Material stressfrei zu verpacken. Bei der Siegerehrung stand Denis als 3ter wieder auf der NDR 2 Bühne, die er schon von den Vortagen und den dortigen Interviews und Autogrammstunden kannte. Unangefochtener Sieger und damit König der Insel, wie eigentlich immer; Bernd Flessner, vor Helge Wilkens. Chris auf Platz 18, und Christian Opitz durch die Verletzung gehandicapt auf Platz 26 waren die weiteren Teamergebnisse.
 

 
 

 
Weiter geht es jetzt mit Training in Holland, bis dahin.

by Chris (GER-99)