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Nach dem gelungenen DWC-Saisonbeginn 2007 am Steinhuder Meer ging es zwei Wochen drauf zur östlichsten DWC-Regatta der ganzen Saison, nach Rügen. Chris Opitz und Klaus Sausen nutzen die Chance und reisten vier Tage vor Regattabeginn an, zu dem trainingsfreundlichem Revier am Wieker Boden. Die optimale Infrastruktur, die gastfreundlichen Anwohner und die Windbedingungen machen Dranske zu einem der besten Trainingsreviere, die ich kenne. Auch diesmal war alles bestens, bei sehr angenehmen Temperaturen, Sonnenschein und optimalen Windbedingungen konnte das Setup für das Racing und Slalommaterial bei sehr guter Stimmung abgestimmt werden. Die wenigen Flautenstunden nützte ich um mich beim Model-Helifliegen noch zu steigern und das ohne Bruch oder Verstümmelungen von Schaulustigen. Alles blieb Heili ;-)
Der Rest vom Team reiste am Mittwochabend an, so dass das Windsurfteam in voller Besetzung an den Start ging. Die sehr guten Windvorhersagen (13-35 Knoten für das Wochenende) veranlassten die Verantwortlichen auch die Disziplin Wave/Freestyle mit in die Veranstaltung aufzunehmen. Beim ersten Skippersmeeting wurde ein neuer Teilnehmerrekord mit 69 Startern verkündet. Den Teilnehmerrekord hat man sicherlich den sehr gute Windvorhersagen und der optimalen Terminwahl (Regatta Donnerstag (Feiertag) bis Samstag, Sonntag Abreisetag) zu verdanken. An den Start gingen auch sehr viele neue und unbekannte Gesichter, die am meisten durch die Disziplin Slalom angelockt wurden.
 

 
 

 
Unsere "Vorzeige-DWC´ler", Bernd Flesner und Helge Wilkens, waren für den Donnerstag schon ausgebucht (im Rahmen des SURF-Festivals versuchten sie den Rekord für die Fehmarnumrundung zu brechen) und konnten erst am Freitag in das Regattageschehen eingreifen.
Pünktlich zum DWC-Start schlug auch das schöne Wetter um, der Regattatag begann mit Regen, ablandigen starkem Wind (32 Knoten) und 8 - 10°C Lufttemperatur. Dank unserer sehr gut funktionierenden Arbeitbekleidung von Helly Hansen, waren wir durch die extra langen Mäntel sehr gut vor dem Sch... Wetter geschützt. Warm und trocken taten uns, die nicht nur vor Kälte zitternden, Regattakollegen beim Skippersmeeting schon etwas leid. Regattaleiter Holger Lass beschloss mit Freestyle zu beginnen, mit der Option auf Slalom zu wechseln. Der erste Wave/Freestyle der Saison 2007 wurde gestartet. Auch mich juckte es. Ich wollte auch auf einem Waveboard surfen und wie die anderen auf (im) Wasser rumzappeln. Ich lieh Material bei meinen Teamkollegen und nach drei Jahren Pause trat das Bayer-Team komplett besetzt beim Freestyle an. Der Showdown für das teaminterne Freestyle - Ranking konnte beginnen. Durch meine konzentrierte Vorbereitung konnte ich meine "Teamkonkurrenz" nicht beobachten, war mir aber sicher, das ich alles zeigen musste was ich noch drauf habe, um nicht das Teamschlusslicht zu werden. Die ersten Startschwierigkeiten nach drei Jahren Waveabstinents, ein Schleudersturz nach 100m, Dümpelfahrt vor dem Regattaboot und Publikum, blieben ohne bleibende besundheitlichen Schäden und wurde mit anerkennenden Applaus gewürdigt. Im Laufe der folgenden 15 Minuten kam ich immer besser in Fahrt. Meine gezeigten Moves wurden mit dem dritten Platz im Heat belohnt, was am Schluss mir einen 17. Platz in der Ergebnisliste einbrachte.
 

 
 

 
Denis kam eine Runde weiter und wurde mit einem 9. Platz unser Teambester, Chris Opitz erreichte auch einen 17. Platz und Chris Hafer den 24. Platz. Die interne Bayer Wave/Freestyle Teamrangliste sah wie folgt aus Denis Platz 1 vor Chris O. und Klaus S. auf Platz 2. gefolgt von Chris H. auf Platz 4. Den ersten Freestyle gewann Fabian Weber vor Alex Graw und Tilo Eber. Nach dem Freestyle wurde auf die Disziplin Slalom gewechselt. Bei sehr starkem böigem Wind ging es sehr sportlich mit Segelgrößen von 6,2 bis 7,6 m² an den Start. Nach spannenden Vorläufen konnte Denis Standhardt mit einen 1. Platz im ersten Finale seine sehr gute Form zeigen. Klaus Sausen belegte einen 5. Platz vor Chris Optiz auf Platz 6 und Chris Hafer. Im zweiten Slalom des Tages wurden Denis und ich von Pleiten, Pech und Pannen verfolgt. Durch Materialprobleme konnten wir die gute Leistung vom ersten Lauf nicht bestätigen und mussten auf einen weiteren Slalom hoffen um die schlechte Wertung zu streichen. Unsere beiden Chrisis blieben mit ihren Leistungen nahezu konstant, Chris Opitz Platz 5 und Chris Hafer 27. Leider kam es nicht mehr zu dem erhofften dritten Slalom so das es bei einen 5. Platz für Chris Opitz, einen 17. für Klaus Sausen, den 27´ten für Chris Hafer und einen unverdienten 28´ten Platz für Denis Standhardt blieb. Im Slalom lag Christian Recke auf Platz 1, vor Vincent Langer und Thade Behrends. Das war der erste Regattatag, der mit viel Wind und kräfteraubenden Sport zu Ende ging.
Tag zwei Sonne 16 Knoten Wind, Regattaleitung entschied sich für Racing/Formulawindsurfing. Diesmal mit Bernd Flessner und Helge Wilkens und zahlreichen Regattasurfern aus den benachbarten Polen, Dänemark und Finnland. Kurzfristige Änderungen der Startsequenzen sorgten beim Skippersmeeting für allgemeine Erheiterung. Das erste Rennen und für mich zugleich der erste Formulastart in 2007 verlief sehr gut, Platz 5 hinter meinem Teamkollegen Chris Opitz, unsere Vorbereitung hatte sich also gelohnt. Im dritten Rennen zwang ein einheimischer Hornfisch den führenden Bernd Flessner spektakulär ins Wasser, ebenso wie Chris Hafer. "Mehr Fisch essen, weniger Stürze auf der Bahn", war der Tipp des Tages. Der Wind nahm gegen Mittag ab und nach vier Kursrennen war Schluss. Die Bayer-Tageswertung gewann Chris Opitz auf Platz 8 (6ter Deutscher) gefolgt von Denis Platz 9, Klaus Platz 10 und Chris Platz 29. Bei abnehmenden Wind stiegen jetzt auch endlich die Temperaturen so das immer mehr Einheimischen den Weg zum Strand fanden. Durch einheitlichen Haarschnitt und gleiche Geschmäcker bezüglich der Getränkewahl, waren die Einheimischen (Locals) gut zu erkennen. Gut vorgeglüht ging es bis in den Morgen in der Partyzone rund und bescherte uns unruhige Nächte.
 

 
 

 
Letzter Regattatag und eine gute Windvorhersage ließ uns alle nochmals hoffen. Slalom sollte möglich sein und die Regattaleitung setzte das Skippersmeeting und den ersten möglichen Start etwas früher an. Beim Aufriggen sah es noch gut für Slalom aus, doch pünktlich zum Meeting ging der Wind unter die Slalomgrenze. Das fünfte Formularennen konnte noch gewertet werden. Im sechsten Rennen ging der Wind so stark runter, so das die Regattaleitung das Rennen abbrach. Wolken zogen auf und es begann, wie so oft beim DWC, pünktlich zum Abbau zu regnen. Das Abriggen im Regen gehört nun schon zum Pflichtprogramm und pünktlich zum Fußball-Bundesligafinale waren die meisten vor den Fernsehern. In der Halbzeitpause begann die Siegerehrung.
Bernd Flessner gewann die Formulawertung vor Jani Paju, Robert Baldyga, Helge Wilkens und Vincent Langer. Auf Platz 7 folgten Denis Standhardt, vor Chris Opitz auf Platz 8., Klaus Sausen belegte einen 10. Platz und Chris Hafer den 27. Einen Überraschungssieger gab es im Slalom, der 35-jährige Christian Recke kann sich, nach mehr als zehn Jahren im Deutschen Windsurfcup über seinen ersten Sieg in der Disziplin Slalom freuen. Punktgleich auf Platz zwei folgt Vincent Langer vor Thade Behrends. Der Gesamtsieg ging an Vincent Langer, auf Platz zwei landet der Pole Robert Baldyga (10,0 Punkte) vor Thade Behrends (11,0 Punkte).
 

 
 

 
Als Schwabe war es meine Pflicht sofort nach der Siegerehrung wieder an einen Fernseher zu kommen, denn der Meistertitel für den VFB Stuttgart war immer noch möglich, so ließ ich, wie mehrere andere das Freibier links liegen, (ein Surfer verzichtete durch Abwesenheit bei der Ehrung auf seinen Gewinn) und sah mir den Rest der zweiten Halbzeit an. Den Ausgang dieser Fussballsaison dürfte wohl allen bekannt sein, und ich freue mich für meinem "Heimatverein".
In der Teamwertung belegte das Bayerwindsurfteam den 2. Platz und bei den German Funboardmasters konnte ich hinter Christian Recke und Pawel Dittrich den dritten Platz belegen.
 

 
 

 
Mein Saisonauftakt in Dranske war für mich eine gute wenn auch vom Pech verfolgte Standortbestimmung. Mal sehen wie es für das Team weitergeht, nach Norderney ist ein Teamtraining in Holland in Planung um das Niveau insgesamt noch mal anzuheben.

by Klaus (GER-35)

(Dank für die Bilder an H. Kämmerer)