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DWC Boltenhagen, 25. - 27.08.2006
 
Mit Spannung wurde der letzte Stopp des Deutschen Windsurfcups im 700 Jahre alten Ostseebad Boltenhagen erwartet. Das Bayer Windsurfteam reiste in kompletter Besetzung mit Denis, Klaus, Chris Hafer und Christian Opitz zu diesem wichtigen Saisonhöhepunkt um noch wichtige Punkte für die Jahresrangliste in den Disziplinen Racing und Slalom zu ergattern.

 
Die Meteorologen behielten mit ihren zuverlässigen Wind- und Wetterprognosen leider zunächst Recht. Die angesagte Windstille für Freitag und Samstag erfreute vor allem Klaus, der mehrfach seine erworbenen Fähigkeiten als Modellhubschrauberpilot unter Beweis stellen konnte. Der gelegentlich einsetzende Regen brachte immer wieder Konzentrationspausen für Klaus und gaben ihm die Gelegenheit sämtliche Akkus wieder zuladen, bzw die Schäden der kontrollierten Abstürze zu beheben.

 


In den ersten zwei Tagen vertrieben sich die insgesamt 37 Teilnehmer die Zeit mit intensiven Gesprächen, Essen, Trinken, Lesen und Schlafen. Wir waren wirklich sehr verwundert wie flach die Ostsee bei Flaute werden kann. Nicht nur die Blaualgen in der Ostsee sorgten für Gesprächstoff, sondern auch diverse Ideen und Verbesserungsvorschläge für die kommende Saison 2007. Auf Grund der Tatsache, dass die Windsurfer sich nicht auf dem Wasser auspowern konnten wurde die xte und hoffentlich letzte Fahrerversammlung für dieses Jahr einberufen. Der Fahrerversprecher Christian moderierte souverän zwischen der Eventagentur Choppywater, dem DWSV-Abteilungsleiter und den Fahrern, die in 90 intensiven Minuten die Saison Revue passieren ließen und konstruktiv Ideen für das kommende Jahr vorbrachten.

 
Der erste Tag wurde mit dem Hissen der Fahnen „AP über Alpha“ von dem Regattaleiter Holger Lass beendet und das Nightlife gestartet. Ca. 2/3 aller Fahrer traf sich zu nicht all zu später Stunde im Szeneclub „Banana Jack“ um wenigsten einmal im Jahr mit der Gewissheit zu feiern, dass am nächsten Tag keine Rennen stattfinden. Die Stimmung wurde im „Banana Jack“ durch die DWC Cupper deutlich gesteigert. Spätestens als der achte Caipi getrunken, Eiswürfel über einen Kopf geschüttet wurden und einige Sportler den Kickerball nicht mehr erkennen konnten, war es höchste Zeit, für einige nach Hause zu gehen. Der Rückweg erwies sich teilweise als sportliche Herausforderung. Denis erhielt Geleitschutz von den Hannoveranern Helge und Mozi. Man munkelte, dass die drei mit 34 Minuten eine neue Bestzeit im 1,5km Hindernislauf durch die Vorgärten und Hecken aufstellten.

 


Der zweite Regattatag begann genauso wie der erste Tag endete. Nicht nur die Flaute und den Regen konnten wir wieder erkennen, sondern auch die Flagen „AP über Alpha“, die auf Grund der Flaute leider immer noch nicht so recht wehen wollten. Dieser Tag wurde von Klaus und Christian mit Inlinerfahren überbrückt, während Denis und Chris ihr Schlafdefizit ausglichen. Der Höhepunkt des Nachmittags war die Flugshow von Klaus. Da er nun gekonnt den Schwebeflug mit seinem Elektrohubschrauber „Ikarus V2“ beherrscht, übte die sanfte Punktladung auf einem Campingtisch. Tobender Applaus brach aus, als die ersten Anflüge direkt gelingen. Leider war das Entsetzen umso größer als doch eine kleine Böe das 250 Gramm leichte Modell in der Luft versetzte und zum Absturz brachte. Klaus stellte mit seiner Fachkenntnis ernüchternd fest, dass diese Reparatur doch etwas länger dauern werde als nur 5 Minuten.

 
Der Abend klang bei dem großen gemeinsamen Spanferkelessen á la Jörg Volenec in gemütlicher Runde aus. Dieses große Essen wurde im Rahmen der German Funboard Masters von Jörg und als Geburtstagsparty von Holger gestifftet. Alle Fahrer und Regattacrewmitglieder versammelten sich vor dem „Blauen Wunder“, bauten mit ca. 25 Campingtischen die längste Tafel in ganz Nord-West-Mecklenburg und verspeisten als Beilage Sauerkraut, Püree und Knoblauchbrot und tranken Unmengen Bier. Vielen Dank für dieses schöne Ereignis, dass nicht nur Hunger und Durst stillte, sondern auch mal (fast) alle Teilnehmer in einer überraschend positiven Atmosphäre vereinte.

 


Der Sonntag begann mit etwas mehr Wind als die Tage zuvor. Die Meteorologen prognostizierten 12 Knoten Wind als südwestlicher Richtung, welche in Boltenhagen genau ablandig ist. Alle Fahrer machten ihre großen Racesegel und Formulaboards fertig und warteten die halbstündigen Durchsagen von der Regattacrew ab. Wir staunten nicht schlecht, als es plötzlich hieß, dass 30 Minuten später der erste Slalomstart erfolgen sollte, da auf der Regattabahn Windgeschwindigkeiten bis zu 20 Knoten gemessen wurden. Auch Thade stellte fest, dass es keine so gute Idee war, sein Equipment komplett im Auto zulassen.

 
Mit etwas Verzögerung wurde dann auch die erste, und sie sollte auch die einzige Slalomelimination an diesem Wochenende bleiben, angeschossen. Denis und Christian erreichten mit einem unheimlichen Vorsprung in Heat 1 souverän das A-Finale. Auf dem Rückweg beobachteten wir Heat 2, in dem auch Chris startete und als dritter an der ersten Tonne halste. Leider ereilte ihn das Pech, dass er von Mozi, der vor ihm halste, ausgebremst und abgedeckt wurde. Bei dem ohnehin leichten Wind ist eine Windabdeckung fatal. Chris qualifizierte sich für das B-Finale, in dem er den vierten Platz belegte. Klaus qualifizierte sich im vierten Vorlauf hinter Bernd Flessner auch fürs A-Finale.

 


Im A-Finale erwischten Denis und Christian einen guten Start und halsten als 4ter und 5ter um die erste Boje. In diesem Windloch konnte sich Bernd vor Helge und dann Christian am besten durch energische Pumpschläge befreien. Diesen Platz konnte Christian bis ins Ziel fertigen und belegte erstmals im DWC in der Einzelwertung einen Platz auf dem Treppchen. Denis konnte auf der Geraden wieder beschleunigen, seine Geschwindigkeit ausspielen und landete auf dem 6ten Platz vor Klaus auf dem 7ten Platz.

 
Nach scheinbar ewigem Zurückkreuzen von der Regattabahn zum Ufer bei abnehmendem Wind, entschied Holger Lass, die Disziplin zu wechseln und Racing anzuschießen. Dieser Versuch wurde zweimal unternommen, aber auf Grund von zu wenig Wind wieder abgeschossen und erneut stand der weite Weg zurück ans Ufer auf dem Programm.

 


Nachdem der Unimog die mehreren Tonnen Surfmaterial incl. Sandpanade vom verregneten Strand zum Parkplatz zurücktransportiert hatte, fand um 16.30 Uhr die letzte Siegerehrung des Deutschen Windsurfcup in diesem Jahr statt. In der Teamwertung belegten wir knapp hinter „Team One“ den erfolgreichen zweiten Platz. Das Bayer Windsurfteam geht jetzt noch lange nicht in die Winterpause, sondern wird den langen Herbst intensiv zum Training im benachbarten Holland nutzen. Denn, nach der Saison ist vor der Saison.

 
By Christian (GER-69)