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DWC ProAm Slalom Wallnau/Fehmarn, 04.-06.08.2006
 


 
Nur 4 Tage nach der Deutschen Meisterschaft auf Sylt fand sich die DWC-Familie auf der Sonneninsel Fehmarn ein. Mit 32 Startern fiel das Starterfeld dieses Mal allerdings ungewöhnlich gering aus, zudem stand nur die Disziplin Slalom auf dem Programm. Das Bayer-Windsurfteam musste leider auf Team-Oldie Klaus Sausen verzichten. Das Gerücht, sein schwäbischer Arbeitgeber wolle ihn tatsächlich auch einmal an einem Freitag im Büro sehen, hielt sich hartnäckig. Zudem hatte die parallel stattfindende Slalom-WM in der Türkei drei deutsche Teilnehmer angelockt, die im weiteren Verlauf aber doch noch einmal ins Geschehen eingreifen wollten, mehr dazu aber später. Und weil Bernd Flessner zudem noch auf einer Familienfeier im Finnland war, schien es eine abwechslungsreiche und spannende Veranstaltung zu werden. Fünf verschiedene Sieger bei fünf Wettfahrten sind ein guter Indikator dafür. Aber nun der Reihe nach:
 
Am Freitag bestätigte Fehmarn erst einmal seinen Ruf als Sonneninsel. Zudem wehte eine leichte nördliche Brise, neben zwei Funraces standen vor allem ausgiebige und harte Tischfußball-Kämpfe auf dem Programm. Das Trainingslager auf Sardinien und die Flautenzeiten am Steinhuder Meer und auf Sylt zeigen Wirkung, das Niveau stieg täglich und nimmt allmählich erschreckende Formen an. Windstill, ohne offizielles Ergebnis, aber dafür mit sehr vielen Mücken ging der Tag zu Ende.
 


 
Samstagmittag setzte endlich der Wind ein, allerdings recht unbeständig und nicht besonders stark. Trotz vieler Rennabbrüche konnten wir dennoch drei Slaloms durchziehen. Chris Hafer konnte im ersten Slalom gleich mal sein bestes DWC- Ergebnis der Saison einfahren, Platz 8 war ein sehr guter Auftakt für ihn. Christian Opitz verlor kurz vor dem Ziel seinen zweiten Platz an Thade Behrends und startete mit Platz 3 in die Regatta. Bei mir schien sich die Pleiten-Pech-und-Pannen-Serie aus Sylt nahtlos vorzusetzen.
 
Nach einem eher mittelmäßigen Start wurde ich an der ersten Halsenboje von einem stürzenden Konkurrenten mit ins Wasser gerissen. Nach einer etwas längeren Schwimm- und Materialauseinandersortiereinlage beendete ich das erste Finale glatt als letzter... Den Sieg fuhr Klaas Voget nach Hause, der mit einem 90 Liter Slalombrett und seinem 7,2m² großen Segel gegen die meist mit 9m² und mehr Segelfläche sowie mindest 125 L Brettvolumen ausgestattete Konkurrenz antrat.
 


 
Im zweiten Finale hatte er es allerdings besonders eilig und fing sich dadurch eine Disqualifikation wegen Frühstarts ein. Die Chance nutze diesmal Thade, durch seinen Finalsieg übernahm er die Führung in der Gesamtwertung. Christian Opitz sicherte sich durch einen vierten Platz im zweiten Slalom vorläufig Rang zwei. Dieses Mal lief es bei mir schon viel besser, knapp hinter Thade wurde ich zweiter. Chris Hafer hingegen kam nicht ganz so gut zurecht, nur Platz 24 stand für ihn zu Buche.
 
Im dritten Slalom gab es dann den ersten Doppelsieg für das Bayer-Team überhaupt. Christian Opitz entschied den Lauf souverän für sich. Nach einem eher schlechten Start hatte ich das Glück, dass Philip "Mozart" Müller mit seiner doch eher unorthodoxen Halsentechnik das Feld an den Halsenbojen regelmäßig einbremste und neu sortiert auf die Reise schickte. Zweimal kam ich sehr gut durch die Tumulte und kam hinter Christian Opitz auf den zweiten Rang. Chris Hafer konnte sich wiederum im A-Finale platzieren und erreichte Platz 10.
 


 
Für Sonntagvormittag kündigten die Wetterdienste starken Wind an, der aber schon gegen Mittag genauso stark wieder abnehmen sollte. Genauso trat es leider ein, bereits abends setzte der Wind ein, und schickte das Abendessen von Christian Opitz quer über den Tisch, auch nachts blies der Wind unermüdlich, aber bereits zum frühen Skippersmeeting um 9 Uhr hatte der Wind deutlich abgenommen. Daher wurden wieder die großen Slalomsegel ausgepackt, diesmal aber mit deutlich mehr Druck als am Tag zuvor. Die Ausgangssituation hätte für uns kaum besser sein können, Thade führte zwar noch, aber bereits mit einem Punkt Rückstand lagen Chris Opitz und ich punktgleich auf Rang zwei und drei.
 
Zunächst einmal sorgten jedoch frisch angereisten WM-Teilnehmer rund um den doch sonst eher regelverliebten Abteilungsleiter Shortboard Jörg Volenec für Stimmung. Kurzerhand sollten verschiedene Regeln aufgehoben werden, um dadurch die Teilnahme an der Regatta zu ermöglichen. Die Regattaleitung stimmte dem zu, doch seitens der Fahrer regte sich breiter Widerstand. Nach einem Protest der Fahrer versagte die Jury den drei Neuankömmlingen dann doch die Teilnahme.
 


 
Im vierten Slalom konnte sich das Bayer-Team wieder komplett fürs A-Finale qualifizieren, allerdings verlief dies dann nicht ganz nach Plan. Zwar konnte ich die Führung bis zur zweiten Boje behaupten, allerdings musste ich nach Problemen bei der Halse mit Helge, Klaas und Thade drei Konkurrenten um den Gesamtsieg vorbeiziehen lassen und kam schließlich nur als vierter ins Ziel. Christian Opitz wurde sechster und Chris Hafer landete auf Rang zehn.
 
Damit hatte sich die Situation nicht wesentlich verändert, immer noch konnten fünf Leute die Regatta gewinnen. Die Entscheidung fiel im fünften und letzten Slalom der Regatta. Wiederum gewann ich den Sprint vom Start bis zur ersten Boje. Diesmal konnte ich allerdings die Führung bis in Ziel verteidigen, entschied den Lauf ungefährdet vor Philip Horn und Thade Behrends für mich und hatte damit eigentlich auch die Führung in der Gesamtwertung übernommen. Aber nur eigentlich...
 


 
Leider hatte kurz vor dem Start der Wind etwas gedreht, der Weg zur Tonne 3 und ins Ziel wurden dadurch leichte Amwind-Schenkel. Fast alle Finalteilnehmer erreichten auch ohne größere Probleme die vorgesehenen Bahnmarken. Christian Opitz hingegen fuhr in Lee an der Boje vorbei, wendete zweimal, verlor einiges an Boden und legte anschließend bei der WettfahrtleitungProtest ein. Chris Hafer zog nach und legte Protest gegen die Wertung des B-Finals ein, da in diesem bereits die erste Tonne nicht richtig zu erreichen war.
 
Aus mir nicht ganz nachvollziehbaren Gründen wurde dem stattgegeben, sowohl das A- als auch das B-Finale wurden annulliert und mussten neu ausgetragen werden. Damit waren zunächst einmal mein Laufsieg und damit auch die Führung in der Gesamtwertung wieder futsch.
 


 
Glücklicherweise konnte ich das Kunststück wiederholen und auch die Neuauflage des Finales wieder für mich entscheiden. Dieses Mal gewann ich allerdings vor Helge Wilkens und Philip Horn. Für Helge reichte der zweite Platz sogar aus, um sich noch vor Thade Behrends und Christian Opitz auf Platz zwei vorzuschieben. Für Christian Opitz blieb somit am Ende der vierte Rang. Chris Hafer landete auf Platz zwölf und ich fuhr mit dem Sieg im letzten Rennen zum ersten DWC-Gesamtsieg überhaupt. Zudem konnten wir die Teamwertung für uns entscheiden.
 
Weiter geht’s bereits in der nächsten Woche mit dem Euro Cup am Silvaplana See, bei dem man in diesem Jahr auch erstmals Punkte für die DWC-Rangliste sammeln kann...
 

 

by Denis
GER-189