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DWC Steinhuder Meer, 21.07.2006 - 23.07.2006

 

 
Sommer, Sonne, Sonnenschein - nur mit dem Wind sollte es nicht sein...
 

 
Knapp 60 Windsurfer fanden den Weg an den neu angelegten Mardorfer Surfstrand am Nordufer des Steinhuder Meeres um eine Woche vor der Deutschen Meisterschaft auf Sylt noch wichtige Ranglistenpunkte in den Disziplinen Racing und Slalom zu ergattern. Auch das Bayer Windsurfteam trat in voller Besetzung mit Chris Hafer, Christian Opitz, Denis und Klaus an.
 

 
Ich erreichte als erster Donnerstagnachmittag den "Campingplatz Nordufer", der weder einen direkten Blick noch Zugang zum Steinhuder Meer hat. Denis gesellte sich am Donnerstagabend hinzu, wobei Chris und Klaus das Privileg genossen bei auf dem Privatgelände von Helmut Kinzl zu campen. Dank unserer Mountainbikes waren diese Entfernungen kein Problem für gemeinsame Grillabende.
 

 
Die Meteorologen waren sich schon früh einig über die Wetterprognose für das Sommerwochenende an einem der größten Seen Deutschlands unmittelbar bei Hannover. Sonne pur mit schwachen Winden war das höchste der Gefühle für zahlreiche Badegäste und Zuschauer, leider aber nicht für die Wassersportler, die sich etwas mehr Wind gewünscht hätten. Die Regattaleitung um Holger Lass war sich der anspruchsvollen Aufgabe bewusst, da die Windwahrscheinlichkeit für offizielle Rennen nur am Freitag gegeben war.
 

 
Pünktlich um 11.06 Uhr fiel auch der Startschuss für das erste Kursrennen. Schon beim Einfahren bemerkten wir leider, welche fatalen Konsequenzen entstehen können, wenn ein Windsurfer mit einer Geschwindigkeit von ca. 40km/h durch Pflanzen unter der Wasseroberfläche innerhalb von wenigen Sekunden so sehr abgebremst wird, dass er komplett steht. Chris und Christian tauschten noch unmittelbar vor dem Start die letzten taktischen Pläne aus. Die rechte Bahnseite war tendenziell bevorzugt. Allerdings nahm das Seegrasaufkommen in Ufernähe auf der rechten Bahnseite so rapide zu, dass nicht zu weit gesurft werden durfte, also quasi eine Erhöhung des taktischen Schwierigkeitsgrades.
 

 
Nach einem perfekt getimten fliegenden Start des Bayer Windsurfteams erging es fast allen Surfern des Deutschen Windsurfcups ähnlich in Sachen Bekanntschaft mit der Unterwasserflora. Immer mehr "Grashalme" verfingen sich an meiner Hurricane Finne. Da ich bei jeder Wende, durch geschicktes Rückwärtsfahren mit Mühe das Seegras abgestreifte war die Verärgerung umso größer, als ich 30 Meter nach einer Wende in ein riesiges, grünes Pflanzenfeld geriet und vollkommen ausgebremst wurde. Von meiner fünften Position konnte ich Denis vorne beobachten, wie er und Bernd auf dem Weg zur Luvtonne immer mehr an Höhe und Geschwindigkeit verloren. Das Rennen wurde auch unmittelbar danach zu Recht abgebrochen, da das Windlimit unterschritten wurde und eine reguläre Wettfahrt bei dem enormen Seegrasaufkommen nicht möglich war.
 

 
Ca. eine halbe Stunde später wurde die Wettfahrt neu gestartet. Ich erwischte wieder einen guten Start auf Backbord in der Mitte der Startlinie bei relativ konstantem Wind zwischen 8 und 11 Knoten. Ich wendete etwas eher als Bernd und erreichte als Zweiter hinter Vincent die Luvtonne. Nach der zweiten Boje konnte ich außerdem bei Halse Vincent überholen, der mit etwas mehr Seegras zukämpfen hatte als ich, überholen und erstmals in diesem Jahr die Führung in einem Kursrennen übernehmen. Nach der Leetonne nahm der Wind allerdings immer weiter ab und ich querte unglücklicherweise ein engmaschiges Feld aus Seegras, so dass ich mehrmals zum Stillstand gezwungen wurde, mich vom Seegras befreien musste und erneut anpumpen musste. Auf dem halben Weg zur Luvtonne wurde auch diese Wettfahrt abgebrochen. Es sollte auch der letzte Versuch fürs ganze Wochenende bleiben offizielle Rennen durchzuführen.
 

 
Den Nachmittag nutzen Chris, Christian, Denis und Klaus um zumindest die Böen auszunutzen und Bilder zu schießen. Dank des Engagements von Schelle und Holger Lass wurden spektakuläre Bilder von einem fahrenden Motorboot möglich. Damit blieb die Flaute zu überbrücken; uns über die unter der Hitze leidenden Studenten im Froschkostüm zu amüsieren, das Einzelzeitfahren der Tour de France zu schauen, mit Klaus in der prallen Sonne Boules zu spielen oder Abkühlung beim Schwimmen 25°C warmen Steinhuder Meer zu suchen. Weitere Alternativen waren Beachvolleyball, direkt am neu aufgeschütteten Sandstrand in Mardorf oder Kickern im Redbull-Iglu. Insbesondere Denis und Christian verbesserten ihre in Sardinien erworbenen Fähigkeiten im Tischfussball.
 

 
Allerdings fanden wir Samstagabend auch unsere Meister bei der Party im Surfer’s Paradise. Die Atmosphäre und Stimmung bei der Party, war trotz einer 9:2 Niederlage gegen irgendwelche Locals, die den ganzen Tag nichts anderes machen außer Kickern, bestens. Auch Günter Lorch wurde gesichtet und vermaß alles, was halbwegs nach Surfbrett aussah, auf der Suche nach den magischen Daten. Christian präsentierte exklusiv für ausgewählte Zuschauer einen an der Uni einstudierten Tanz zu dem WM-Lied "Love Generation" von Bob Sinclaire und die Menge tobte.
 

 
Sonntagnachmittag endete gegen 15 Uhr die Startbereitschaft und Holger Lass beendete die Regatta auf Grund der globalen Hochdruckwetterlage ohne offizielle Wettfahrten. Ein schönes Sommerwochenende ging zu Ende und der DWC-Tross zog weiter nach Sylt.

by Christian
GER-69