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Dranske, Rügen, 20.-22.05.2006

„Manege frei“, hieß es am vergangenen Wochenende für den DWC-Zirkus in Dranske. Die sehr guten Windvorhersagen (13-27 Knoten für das Wochenende) veranlassten die Verantwortliche auch die Disziplin Wave/Freestyle mit in die Veranstaltung aufzunehmen.
Dem Aufruf zu den drei Disziplinen folgten 64 Teilnehmer. Zur Überraschung einiger DWC-Teilnehmer war auch Team-Oldi Klaus Sausen angereist, um nach seiner langen Zwangspause titanverstärkt ("Rückentuning") zum ersten Mal mit an den Start zu gehen. Vor drei Wochen verliefen die ersten teaminternen Test´s für mich schon sehr zuversichtlich. Jetzt hieß es, „mal schauen ob unser Schwabe das Regattasurfen noch beherrscht und ob sein Rücken die Strapazen schmerzfrei aushält“. Eins Vorweg, sein Humor hat er behalten und das Lachen verlor Klaus nach diesem Wettbewerb auch nicht.
 
 
Der Saisonauftakt begann mit der gewohnten Regattahektik, nur das dieses Jahr noch einige kurzfristige Änderungen des Regelwerks und ein sehr variierender Wind hinzukamen. Am besten streicht man diesen ersten Regattatag aus den DWC-Erinnerungen. Geplant war 9:30 Meeting und 10:00 erster Start, doch erst 10:45 ging der Vorhang hoch und der erste Start zum ersten Slalom auf dem Wieker Bodden wurde erfolgreich durchgeführt.
Pünktlich zum zweiten Heat ließ uns der Wind dann doch wieder in Stich und die Disziplin Slalom musste abgebrochen werden. Die Regattaleitung entschied die Disziplin zu wechseln setzte Kursrennen an, in dieser Saison nach den neuen Regeln als Leichtwinddisziplin gedacht. An die Regeln wollte sich aber scheinbar der Wettergott nicht halten. Kaum waren die Teilnehmer mit ihren 11,5 – 12,0 m² großen Segeln auf dem Wasser kam der Wind in alter Stärke zurück und pendelte sich zwischen 15 und 20 Knoten ein.
 
 
Für mich und meinen geschraubten Rücken war das ein zu heftiger Einstieg und so entschloss ich mich für einen kontrollierten Rückzug incl. kurzer Rückmeldung an den Teamchef, Der Rest vom Feld durfte kurz darauf sich auch an den Strand begeben, nachdem die Fahrer in teilweise spektakulären Abgängen über den Kurs purzelten. Insbesondere Denis, der die erste Boje als 5ter rundete, sah sich nach einem kapitalem Schleudersturz beim Auftauchen der gesamten Meute, die unkontrolliert auf ihn zuhielt gegenüber...Die Regattaleitung brach das Rennen ab, scheinbar hatte ich das richtige geahnt.
Erneut wurde die Disziplin Slalom angesetzt und beinahe ohne weitere Komplikationen war 14:00 das erste offizielle DWC-Ergebnis eingefahren, in geradezu rekordverdächtigen 4 Stunden für eine Slalomwertung...bei dazu nicht unbedingt frühlingshaften Temperaturen.
 
 
Es folgte noch ein weiterer Slalom bevor die Regattaleitung den ersten, von Ergebnissen nicht gerade gekrönten, aber doch sehr anstrengenden Regattatag um 17:00 beendete. Tagessieger wurde Bernd Flessner vor Helge Wilkens, auf Platz drei war schon der erste aus dem Bayer-Windsurfingteam mit Christian Opitz zu finden, gefolgt von mir auf Platz sechs, einer Leistung mit der ich mehr als zufrieden war. Denis Standhardt musste sich nach einem Frühstart im 2ten Durchgang mit Platz 9 zufrieden geben und Chris Hafer belegte einen 25 Platz.
 
 
Am zweiten Tag wurde Skippersmeeting bereits auf 07:00 Uhr für die Wave/Freestyle-Teilnehmer angesetzt. Als Team-Oldie verzichtete ich auf einen Start, war aber auch um 7:00 pünktlich als Teamstütze an Land angetreten, vor allem aber weil der Bäcker um 07:00 Uhr öffnete... Chris Hafer musste im ersten Heat um 07:30 Uhr aufs Wasser und kam auch eine Runde weiter, ebenso Chris Opitz und Denis Standhardt in ihren Heats. In der zweiten Runde war dann für alle Drei Endstation gegen die spezialisierten Freestyler. Während Klaus noch staunte, was mit Surfmaterial alles möglich ist, erreichte Denis einen 9ten Platz und unsere beiden Chris´s wurden 13´te. Den ersten Wave/Freestyle wurde vom DWC-Rookie und Freestyle Spezialist Fabian Weber gewonnen, zweiten Platz erreichte Jonas Schmitt, dritter wurde Tilo Eber (ebenfalls Rookie) und vierter wurde ein absoluter Überraschungskandidat Markus Franziskowski.
 
 
Obwohl der Wind zunahm, wechselte die Regattaleitung die Disziplin, Slalom Nummer drei sollte folgen. Während der Wind um 32 Knoten pendelte, wurde der Slalom zu einer durchaus sportlichen, bzw. spektakulären Angelegenheit. Ich, der wie viele andere Cupper, als kleinstes Segel ein 7,6m² angemeldet hatte spekulierte bei Windstärken über 25 Knoten mit einem Disziplinenwechsel auf Wave/Freestyle. Das mag zwar sehr schlau durchdacht sein, die Regattaleitung wollte es aber anders und zog bei dem sehr grenzwertigen Wind insgesamt drei Slalom´s durch. Also nahm ich Rücksicht auf meine Gesundheit und meldete sich nach dem zweiten Slalom beim Teamchef und der Regattaleitung ab und konnte so vom Ufer aus spektakuläre Abgänge der anderen Fahrer beobachten. Christian Opitz hatte in weiser Voraussicht sein 5.7 Wavesegel als 3tes Slalomsegel angemeldet, was bei den Böen nicht unbedingt ein Nachteil war. Nach den drei Slalom´s und eine Wave/Freestyle war es für den zweiten Regattatag dann auch genug. Es folgte die Tagessiegerehrung, bei der Denis Standhardt hinter Helge Wilkens den zweiten Platz belegen konnte und damit auch den Geldpreis für die Sonderwertung des Rügenpokals in Empfang nehmen durfte.
 
 
Für den dritten und letzten Wettkampftag wurde abnehmender Wind gemeldet, so hofften einige Teilnehmer auf die Disziplin Kursrennen. Eine Stunde vor dem Skippers Meeting begann man mit den ersten Windmessungen. Der Wind war stärker als vorhergesagt an der oberen Grenze vom Reglement 14 – 17 Knoten und bis zum Skippers Meeting fand ein sehr reger Austausch zwischen den Fahrern und Regattaleitung statt. Einige wollten unbedingt ein Kursrennen, die andere einen Slalom, während sich das Team aus diesen Diskussionen heraushielt und gleich das gesamte Material startbereit machte. Die Diskussion wurde durch die Entscheidung der Regattaleitung beendet, Slalom Nummer sechs wurde angesetzt.
 
 
Mit ein paar Unterbrechungen war bei Windbedingungen am unteren Limit (und teilweise auch darunter) auch der sechste Slalom bis zum A-Finale, in dem das Team komplett vertreten war, im Kasten, doch zum B-Finale reichte der Wind dann doch nicht mehr. Selbst für einen Wechsel auf die Disziplin Kursrennen sollte der Wind nicht mehr ausreichen, vielmehr setzte nach dem Durchzug einer Gewitterfront Dauerregen pünktlich zum Einpacken ein. Einziger Wermutstropfen war der notwendig gewordene Einsatz eines Rettungshubschraubers aufgrund der Verletzung eines Teilnehmers, auf diesem Wege gute Besserung von uns!
Die Veranstaltung wurde mit sechs Slalomrennen und einem Wave/Freestyle erfolgreich beendet. Gesamtsieger wurde Helge Wilkens vor Vincent Langer und Bernd Flessner. Auf Platz 4 folgte Denis Standhardt und auf den Plätzen 6 Chris Opitz und 15 Chris Hafer. Trotz der anspruchsvollen Windverhältnissen und seinem gesundheitlichem Handicaps erreichte ich im Slalom einen 9 Platz. Overall musste ich mich, durch das fehlenden Wave/Freestyleergebnis, sich mit dem 27 Platz zufrieden geben.
 
 
In der Teamwertung belegte das Windsurfteam den 2ten Platz und bei den German Funboardmasters konnte ich hinter Bernd Flessner den zweiten Platz belegen. Der Saisonauftakt war für das Bayer-Windsurfteam ein sehr gelungener Start und für mich sicherlich eine gute und erfolgreiche Standortbestimmung. Mal sehen wie in zwei Wochen es auf Norderney weitergeht, bis dahin, vielleicht sieht man sich auch auf Fehmarn beim Surffestival!

by Klaus