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Sardinien

Je näher das Abi rückt, desto mehr wollen die Lehrer von mir wissen und überprüfen meinen Wissensstand natürlich mit jeder Menge Klausuren. Als Ausgleich half nur 2 Wochen Italien und Windsurfen bei Sonnenschein und Wassertemperaturen um die 22 Grad in den Herbstferien. Unser Ziel war mal wieder das schöne Sardinien. Natürlich buchten wir die Fährfahrt nicht und kamen prompt im ersten Anlauf nicht mit! Wie sich im Nachhinein rausstellte, verdankte ich diesem Umstand den besten Freestyletag dieses Urlaubes...
 

 

 
Blieb also nach dem erfolglosen Versuch am Fährterminal nur, einen Tag auf die nächst Fähre zu warten, und das bei Bullenhitze. Also fuhren wir nach Vada ,unweit von Livorno und legten uns an den Strand. Die Ruhe wurde jedoch gestört, denn langsam erschienen immer mehr Locals mit ihren Knatterkisten am Strand und riggten kleine Segel auf? Alles ohne Wind ! Der Himmel zog sich in kürzester Zeit zu und auf einmal war Wind da, von 0 auf 20 knoten in wenigen Minuten. Sofort zog ich mein 5,0er Crossover auf,schraubte die Finne in den neuen Flare Freestyler von Starboard und hatte einen Tag voller Spaß auf dem ruppigen Mittelmeer. 20.00 Uhr ging die Fähre, aber es waren nur ein paar Kilometer bis Livorno, und im 2ten Anlauf sicherten wir uns einen Platz an Bord. Die Wellen klatschten auf unser WoMo, das auf dem offenen Deck stand. 9 Bft.und Wellen um die 6 Meter schräg von vorne.Überall standen die Fahrgäste mit Schwimmweste und fütterten die Fische...
 

 

 
Endlich auf Sardinen angekommen pustete der Mistral noch einen Tag in der Bucht von Porto Pollo, dann fing der Spaß mit der Polizia municipale und deren rigorosem Strafenkatalog an. Markise ausgefahren; 35€. Grill unter dem Auto; 50€. Roller fahren ohne Helm 70€; usw, usw... Scheinbar wollten die Sarden keine Surfer mehr im Norden von Sardinien, wo doch sonst ein sehr lockerer Umgang herrschte. Mit den Strafzetteln haben wir ein schönes Feuerchen gemacht und sind weiter in den Süden gefahren. Dort fanden wir freundliche Polizei, nette Sarden und wunderschöne Strände mit Wellen zum surfen und Fischen die wir mit der Harpune erlegten und abends auf den Grill legten. Allerdings blieb viel Zeit zum fischen, fünf gute Windsurftage bei 10 Tagen auf der Insel, eine so schlechte Ausbeute hatte ich noch nie. Baden und rumhängen war nach meinem Schulstress aber auch gut. Auch der schönste Urlaub geht mal vorbei, wenn die Fähre dann auch fährt! Motorschaden hieß es dann in Olbia am Fährterminal. Wir warteten noch einen Tag auf eine Ersatzfähre und fuhren wieder in das kalte und windige Kiel.
 

 

 
Da Wind war, gab es gleich das Kontrastprogramm. Sofort ging es zum Langschlag von Eckernförde nach Damp. 31 Surfer und 7 Kiter trafen sich bei 10 Grad und 20 Knoten Wind am Strand vom Eckernförder Surfklub. 18€ Startgeld kostete das Vergnügen. Ich zog mein 9.0er Simmer auf, nahm mein Starboard um die 22 Km abzusurfen. Die anderen Teilnehmer waren teilweise nostalgisch, irgendwie fühlte ich mich als hätte ich eine Reise in die Vergangenheit gemacht. Altes Material ,teilweise so alt wie ich selber. Der Starschuss fiel und ich pumpte mich sofort ins Gleiten und übernahm die Führung. Es waren 2 Stopps eingeplant um sicherzustellen, dass niemand verloren geht. In kürzester Zeit hatte ich soviel Vorsprung, dass das Hauptfeld nicht mehr zu sehen war. Treffpunkt war ein gelbes Haus auf der Nordseite der Bucht in der Nähe eines Campingplatzes. Inzwischen hatte der Wind auf 37 Knoten aus SW aufgefrischt, damit definitiv am oberen Limit und niemand in der Nähe. Die Organisatoren standen nicht am vereinbarten Treffpunkt und ich ballerte die Eckernföder Bucht immer weiter Richtung Damp runter. Niemand zu sehen, also wendete ich und kreuzte zurück Richtung Treffpunkt. Wie sich rausstellte war ich schneller als die Wettfahrtleitung mit ihren Autos und darum war Niemand am Strand. Die Hälfte der Teilnehmer waren auf den ersten 10 Km verschwunden und die 2 DLRG Boote waren 2 Stunden im Dauereinsatz um alle zu retten. Nun wurde die Regatta abgebrochen, die Sicherheit konnte nicht mehr garantier werden! 37 Knoten ist halt nicht der Wind für Jedermann. Ich baute mein Freestylestuff auf und schredderte noch 2 Stunden die Ostsee. Ein super Surftag für mich....
 

 

 

by Vinc