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Als Abschluss der diesjährigen DWC-Tour stand Ende Juli die Deutsche Meisterschaft vor Westerland auf dem Programm. Angesichts der hochsommerlichen Erlebnisse mit totaler Windstille im letzten Jahr ließ sich zwar der Eindruck nicht verwehren, dass bei der neuerlichen Terminwahl die Priorität mehr auf dem Umsatz an den Catering-Ständen auf der Strandpromenade lag als auf guten Windbedingungen. Dennoch fanden sich knapp 50 Surfer am Strand ein, um ihren Meister zu ermitteln. Wie in besten DWC-Zeiten traten auch wieder eine Reihe von reinen Wave-/Freestyle-Spezialisten an.
 

 
Das Windsurfteam war in der weiten Welt verstreut. Vincent trotze dem Englischen Regen bei der Jugend-WM, Klaus übte die neuesten Freestyle-Mooves mit dem ferngesteuerten Surfer vom Krankenbett aus, Christian bewachte pflichtbewusst seinen Schreibtisch und somit durfte ich die Bayer-Fahnen bei der DM alleine hochhalten.
 

 
Das Wetter an den ersten drei Veranstaltungstagen ließ die Herzen der Veranstalter höher schlagen. Schönstes Sommerwetter und so starker Wind, dass die Regattacrew ihn als "nicht erwähnenswert" bezeichnete ließen die Schlangen am Bratwurst-, Fisch- und Bierstand bedrohlich lang werden. Einzig die gelegentlich über Sylt hinweg ziehenden Unwetter störten etwas die Idylle. An Surfen war zwar nicht zu denken, langweilig wurde uns dennoch nicht.
 

 
Samstag sollte endlich Wind kommen. Er kam auch, zusammen mit größeren Mengen an Regen. Zunächst stand Kursrennen auf dem Programm, der Wind war eher am unteren Limit und sollte zudem auch vorübergehend etwas abnehmen, bevor er gegen Mittag wieder zulegen sollte. Wir kamen auch genau bis kurz vor die Ziellinie, ehe der Wind seinen Dienst quittierte. Der Rennabbruch war die logische Konsequenz. Besorgniserregend fand ich nur, das mir, obwohl doch eigentlich dank eines aufwändigen Fitnessprogramms ziemlich fit, schon auf der zweiten Runde Arme und Beine wehtaten... Am Strand erkundigte ich mich bei den anderen Fahrern. Denen ging es nicht wirklich besser und das ließ eine böse Vorahnung bei mir aufkommen.
 

 
Kurze Zeit später reichte der Wind wieder aus und es ging erneut um den Kurs. Auf der ersten Kreuz passte mein 12er Segel noch perfekt, danach war bei zunehmenden Wind fliegen angesagt. Ich versuchte nur noch, irgendwie ins Ziel zu kommen. Das erreichte ich schließlich als zehnter. Kein wirklich gelungener Auftakt für die DM, auch angesichts der Tatsache, dass es aufgrund des engen Zeitrahmens im Kursrennen wohl kein Streichresultat geben würde. In den beiden folgenden Rennen wurde die Kontrolle auch nicht unbedingt besser, obwohl ich inzwischen mit meinem kleinen Kursrennsegel unterwegs war. Der einzige Unterschied war nun, dass es auch allen anderen, die schon im ersten Rennen mit den Starkwindsegel unterwegs waren, genauso ging. Raumschots waren die schönsten Abgänge zu beobachten. Besonders hervorzuheben war der Vorwärtsloop vom Hobbyracer Andy Laufer. Bei mir lief es hingegen etwas besser, Platz 6 und 5 ergab in der Endabrechnung aber dank des ersten Rennens nur Platz 8.
 

 
Direkt im Anschluss ging es mit Slalom weiter. Der erste Slalomvorlauf war nicht so mein Ding, ich versenkte bei der Halse mein Segel und fand mich im C-Finale wieder. Auch hier lief es in Lauf zwei und drei wieder deutlich besser, allerdings waren die Plätze 5 und 3 und in der Slalomwertung somit Platz 5 auch nicht unbedingt das, was ich mir vorstellte.
 

 
Die Pleiten-Pech-und-Pannen-Geschichte nahm ihren Fortgang dann am kommenden Tag im Freestyle. Mein Erstrundenheat lief zwar noch sehr gut, allerdings quittierte mein Material in der zweiten Runde recht zügig den Dienst. Den Rückweg trat ich schwimmender Weise an, was von den Judges jedoch nicht als Freestyle-Move gewertet wurde, obwohl ich zweifelsohne diesen Schwimmstil angewandt habe. Somit war in der zweiten Runde Endstation für mich angesagt. Allerdings befand ich mich in prominenter Begleitung. Auch Bernd Flessner hatte den Freestyle-Spezialisten nur wenig entgegenzusetzen und durfte schon nach der zweiten Runde einpacken.
 

 
Dafür durfte er sich aber mit seinem neuerlichen Deutschen Meistertitel trösten, ich landete schließlich auf Platz 6 in der Gesamtwertung...
 

 

by Denis