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Die erste Vorbereitung für Geübte bei einem angesetzten DWC vor Büsum ist der Blick in den Tidenkalender. Und der versprach in 2005 entspanntes Ausschlafen und Frühstücken. Kombiniert mit der Windvorhersage, die dezent an die Prognosen für Fehmarn erinnerten, standen Sonnencreme, Gesellschaftsspiele und Grillgut ganz oben auf der Liste der wichtigen Utensilien, bevor es erneut in den Norden ging.
 

 
 

 
Nachdem in der Notice of Race bereits die patenten und kompetenten Abschleppdienste der Büsumer Kurverwaltung sowie die bei Niedrigwasser schon manchem Surfer leidvoll bekannte Buhne mit dem Hinweis auf die bereitstehenden Sanitäter und Notdienste angekündigt wurde, war der Empfang vom Kurdirektor Malte Phillips am Freitag morgen dann doch - wie bereits aus den Vorjahren gewohnt - sehr herzlich. Auch wenn böse Zungen behaupten, der im Ort von der Kurverwaltung angebrachte Kummerkasten sei mit Fragen wie: "Warum ist kein Wasser wenn Wind ist?" und "Sind Wattwürmer eine Gefahr für meine Finne?" gefüttert worden.
 

 
 

 
Der erste Tag entsprach dann auch den Vorhersagen und Erwartungen, entspanntes Warten auf die Flut am Mittag, dann mangels Wind entspanntes Warten auf den Abend. Das Warten gestaltete sich durch die Red Bull Fahrer Lounge und die netten Mädels, die allerdings Vincent dazu animierten, nach dem Konsum von ca 10 blau silbernen Dosen abends mit den bekannten Flügelchen über der Matratze zu schweben und sich zu wundern, warum er keinen Schlaf fand. Denis dagegen setzte auf Naturprodukte und gab sich abends in einer Bar gleich 3 Milchshakes, wohlgemerkt stilvoll im Halbliter Weizenglas serviert und hatte ebenfalls leichte Einschlafprobleme.
 

 
 

 
Allerdings kein großes Problem bei einem für 13:00 angesetztem Skippersmeeting, das Regattaleiter Holger Lass leicht fatalistisch mit "Das sieht ganz schlecht aus, die Sonne ist ziemlich stark heute, cremt Euch gut ein..." begann. Allerdings fand sich der Wind dann doch breit, zumindest teilweise mit dem auflaufendem Wasser zu kooperieren und Holger konnte zur Freude der Zuschauer 3 Funraces ansetzen, bei der fast alle Fahrer an den Start gingen. Der war dann in der Tat relativ spektakulär, bei einem Halbwind/Slalom Start von 37 1m breiten Boards und Segeln um 12qm gab es einiges an Trümmern zu sehen, nachdem der Rauch des Startschusses sich gelegt hatte. Die 200 Jahr Feier der Seeschlacht von Trafalgar war dagegen ein trübes Spektakel. Vincent konnte vorne mitmischen, nicht zuletzt wegen seiner im Olympiakader erworbenen Leichtwindtechniken, während Denis nicht unbedingt die besten Rundenzeiten bei Halbgleitbedingungen fuhr. Chris dagegen setzte auf eine völlig andere Taktik und schickte den Teamcaddy Flo, sonst nur auf Freestyle- und Slalommaterial zuhause, als Double ins Rennen. Spätestens bei der ersten Böe sorgte ein von den Segelkräften überraschte Flo dann auch für gewohnt spektakuläre Freestyle Einlagen incl Abgang und Stau auf dem Kurs, sowie graue Haare bei Chris, der sich bereits telefonisch bei den Materialsponsoren über die Verfügbarkeit von Ersatzmaterial erkundigte.
 

 
 

 
Nach soviel Spaß konnte man nahtlos in den weiteren Abend starten, mit Happy Hour bei Jörg V., der aus den Erfahrungen der Saison gelernt hatte und inzwischen sogar brennbaren Grillanzünder beschafft hatte, nachdem sein Grillanzünder auf Rügen sich noch als unentflammbar erwiesen hatte. Angesicht der Wetterprognose und dem für 13:30 Uhr anberaumten Skippersmeeting am nächsten Tag fand sich ein Großteil des Fahrerfeldes bei Jörg ein. Der wiederum musste sich von einer Bewunderin die Frage gefallen lassen, ob der Wagen von seinen Eltern geliehen sei und er sonst kein Zuhause habe. Zu diesem Zeitpunkt liess sich Denis allerdings bereits auswechseln, nachdem er mit Vincent und einigen von Jörgs gefürchteten Caipis alle bislang bekannten Freestylemanöver für lachhaft einfach erklärt und ein oder zwei neue erfunden hatten.
 

 
Nachdem eine Teilnahme an der Karaokeparty gerade noch verhindert werden konnte, ließ sich Denis allerdings mannhaft wieder einwechseln und der Abend nahm seinen Lauf... der auch im Laufe des nächsten Vormittages wieder rekonstruiert werden konnte. Dazu blieb auch genug Zeit, in der in regelmäßigen Abständen ein dumpfes Knacken den Bruch eines weiteren Mastes in der Hitze signalisierte. Allerdings bietet Büsum in dieser Hinsicht einen nicht zu unterschätzenden Vorteil, bei Materialbruch ist der Weg an land ohne weiteres zu Fuß möglich. Auch sonst zeigten sich Spuren, nach 2,5 Tagen des Wartens. Bernd Flessner etwa demonstrierte die ersten Prototypen der 2006er Beach Kollektion zum Schrecken der anderen Fahrer und Zuschauer.
 

 
Wider Erwarten schickte die Regattaleitung um 16:00 die Fahrer zur Spätschicht aufs Wasser. Eine heftige Strömung sorgte für eine ganze Reihe von Frühstarts oder lustige Szenen an den Tonnen, ebenso wie unerwartet und geradezu heimtückisch auftauchende Sandbänke vor dem ein oder anderen Fahrer. Im ersten Rennen knüpfte Vincent an seine Form von Boltenhagen an und gewann mit deutlichem Vorsprung. Chris auf Platz 16 und Denis auf 6 komplettierten das Ergebnis.
 

 
Das 2te Rennen wurde zunächst gestartet, dann wg Windmagels abgebrochen, als sich das Feld auf Höhe der Luvtonne befand. Das fuhr daraufhin nicht über Los, sondern direkt an Land, um dort mit Verwunderung das 6Minuten Signal für den Neustart zu vernehmen. Die Regattacrew auf dem Startschiff wartete daraufhin schon mit gespitztem Stift und Block, um Frühstarter zu notieren. Einer der Leidtragenden war Chris, der damit das 2te Rennen quasi als Unbeteiligter miterleben durfte, wie allerdings auch eine ganze Reihe der Favoriten auf die Topplatzierungen. Nach wiederholten Massenfehlstarts ging dann kurz vor dem Zeitlimit das letzte Rennen auf die Bahn, und Vincent zeigte, dass der Sieg vor Boltenhagen kein Zufall war. Mit den Platzierungen 1, 2, 3 siegte er im Kursrennen, knapp dahinter Denis auf Platz 4. Chris musste mangels eines Streichresultates bei nur 3 Rennen die Disqualifikation im 2ten Rennen mit in die Wertung nehmen. Auf dem Heimweg per pedes durch das Watt in Richtung Strand blieb genug Zeit, sich zu ärgern... und Wattwürmer zu zählen.
 

 
Damit blieb Rang 3 für das Team, plus dem Pokal für Vincent als bestem Jugendlichen, bevor gegen 20:00 Uhr der Heimweg angetreten werden konnte, während der Kurs wieder begehbar in der Abendsonne lag...

by Chris