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Das Ostseebad Boltenhagen hatte sich zwischenzeitlich fest in den DWC Tourplan integriert. Auch dieses Jahr bot Boltenhagen wieder eine perfekte Infrastruktur für den DWC und damit gleichzeitig den vielen Gästen live vor der Seebrücke spannende Wettkämpfe. Während Klaus direkt aus Fehmarn anreiste und somit wie Vincent nur eine kurze Fahrt zu bewältigen hatte, flog Denis nach arbeitsbedingtem Aufenthalt direkt aus Istanbul ein und spulte wie Chris zum x-ten Mal die inzwischen im Schlaf zu fahrende Strecke über die A1 in den Norden ab.
 

 
 

 
Pünktlich zum ersten Veranstaltungstag wehte der Wind ablandig und aufgrund der allgemeinen Wetterlage äußerst unbeständig. Kursrennen wurden von Regattaleiter Holger Lass angesetzt, aufgrund der Windbedingungen beinahe außerhalb der 3 Meilen Zone in internationalen Gewässern. Denis hatte nach den ersten Wetterprognosen mitgedacht und schulterte frohgemut den Teamrucksack, beladen mit Getränken, Powerbar und 2kg Bananen. Angesichts der sich daraus summierenden Kilos lag sein Board etwas tiefer als gewohnt im Wasser, und einige Fahrer dachten, es würde wie im Motorsport jetzt auch im Windsurfen ein Gewichtsausgleich nach Platzierung durchgeführt. Immerhin konnte Denis den prall gefüllten Rucksack aufs Motorboot an die Regattaleitung übergeben, die angesichts des Volumens argwöhnisch nachfragte, was denn Teamintern geplant sei. Denis, nie um eine Antwort verlegen, spielte auf die diesjährigen Erfahrungen an und gab der Befürchtung an 3 Tage Nonstop-racing ohne Landaufenthalt Ausdruck.
 

 
 

 
Für Denis gestaltete sich der Aufenthalt auf dem Wasser allerdings recht kurz, den bereits an der ersten Tonne wurde er an Land geschickt, nachdem er den Start etwas vorgezogen hatte und sich somit eine Disqualifikation wg Frühstarts einfing. Er sollte damit auch der einzige Fahrer sein, der am Freitag ein Ergebis verbuchen konnte, den mehrere Startversuche brachten aufgrund des extrem unkonstanten leichten Windes keine regulären Wettfahrten. Dennoch hatten die Fahrer bei dem ablandigem leichten Wind viel Zeit, die nette Küstenlinie von Boltenhagen zu betrachten, denn das Reinkreuzen wurde zur Geduldsprobe und nach dem Grillen im Fahrerlager blieb das Banana Jack, in den Vorjahren immer für eine lustige Party gut, surfertechnisch unbesucht.
 

 
 

 
Denn pünktlich nach dem Grillen verfinsterte sich der Horizont und die Fahrer bekamen, ganz ohne Mitwirkung der Kurverwaltung, ein besonderes Feuerwerk geboten, als ein massives Gewitter nahte. Da blieb als Beschäftigung vor der Nachtruhe noch mal, die Riggbags sicher einzugraben, kurz bevor die ersten Mülltonnen quer über das Gelände geweht wurden und es auch geringfügig feuchter wurde.
 

 
 

 
Entsprechend neu gestaltet sah dann auch der Pavillon des extra angereisten Djs an der Seebrücke am nächsten Morgen aus, auf handliche Maße gefaltet konnte der Entertainer dann die bereits aus dem Vorjahr bekannten und beliebten Weisen aufspielen, die einige Fahrer spontan zu Tanzeinlagen oder Anfällen von Wahnsinn animierten, bevor Regattaleiter Holger Lass Einhalt gebot und für ein allgemeinverträgliches Unterhaltungsprogramm sorgte. Viel bekamen die Fahrer davon allerdings nicht mehr mit, denn ab dem Startschuss um 10:00 Uhr für den ersten Slalom bis fast 19:00 war man gut damit beschäftigt, per Münze oder Orakel die vermeintlich richtige Segelgröße für die ablandigen 8-28 Knoten Wind zu wählen. Sogar Bernd Flessner legte bei den heftigen Böen im Uferbereich spontan fröhlich einen Luvsturz ein, bevor draußen sein Mast einen ziemlich geknickten Eindruck machte. Während dies jedoch relativ unspektakulär geschah und inzwischen fast schon zum Standardprogramm einer Marke in dieser Saison geworden ist, verblüffte Denis die Aktiven mit dem Abgang des Tages, als nach einem gerissenen Trapeztampen die Brettkontrolle abhanden kam. Von 60 auf 0 in 0,5 sec sorgte für eine abrupte Vorwärtskatapultbeschleunigung von Denis, der kurz vor dem Einschlag noch einen anderen Fahrer quasi im Flug in Lee überholte, bevor es dann beim ihm dunkel wurde und er die Rückreise im Boot antrat, um seine Brettspitze neu zu modellieren.
 

 
 

 
Der auch weit draußen noch sehr unkonstante Wind sorgte auch für zahlreiche Rennabbrüche, insbesondere in den Finals. Als Denis und Vincent kurz vor dem Ziel in Führung liegend das entsprechende Flaggensignal registrieren mussten, durfte man kurzzeitig um die Besatzung des fraglichen Regattabootes fürchten, bevor sich die Gemüter im einsetzenden Gewitterregen abkühlten. Der mit der Unwetterfront eintreffende Winddreher um 90 Grad sorgte für einen direkten Weg ans Ufer, wenn auch einige Fahrer sich von den Böen zu unfreiwilligen Freestyle Einlagen inspirieren ließen. Diejenigen, die ohne Abgang an Land kamen, konnten die Neugestaltung des Fahrerlagers bewundern, insbesondere das dekorativ quer an die Seebrücke genagelte Segel von Micha N. Angesichts der Regenfluten war der Platz inter der Seebrücke, wie bereits im Vorjahr wieder ein nettes Plätzchen für ein geselliges Zusammensein der Fahrer.
 

 
 

 
Nachdem die Front durch und die Schäden begutachtet waren, ging es erneut zur Fortsetzung des lustigen Segelgrößenpokers aufs Wasser. Nach 3 Rennen lag Chris auf 19, Klaus auf 9, Vincent auf 3 und Denis auf 2, hinter Bernd Flessner. Angesichts der langen Zeit auf und im Wasser fiel auch das Abendprogramm aus Surfersicht relativ ruhig aus, denn auch am nächsten tag war mit Wind zu rechnen.
 

 
 

 
Denis konnte es langsam angehen lassen, musste er noch seinen Frühstart in Race 1 aussitzen, während der Rest des Feldes bei immer noch ablandigem Wind in See stach. Drehende und böige Winde machten das Rennen taktisch anspruchsvoll. Vincent, bei den bisherigen Regatten oft unglücklich auf Platz 4 abonniert, machte seine Ankündigung vom Morgen wahr und siegte im Auftaktrennen. Auch Klaus und Chris fuhren bei den Bedingungen in/an den Top Ten, bevor auch Denis in Rennen 2 wieder ins Geschehen eingreifen konnte und sich vor dem 4rten Rennen neben Vincent, Bernd, Helge Wilkens auch Denis noch Chancen auf den Sieg im Racing und damit auch evtl. Overall machen konnten. Vincent behielt die Nerven und sorgte mit dem Sieg im abschließenden Rennen für den ersten Platz in der Disziplin Racing! Damit gab es bei der Preisverteilung auf der Seebrücke ein neues Rekrodergebnis in Punkto Pokale; Vincent auf Rang 1 im Racing, 2ter overall und 3ter im Slalom, dazu bester Junior. Denis auf Rang 3 overall (2ter Slalom/4rter Racing), Klaus als 2ter Master auf Rang 8 (7Racing/9 Slalom) und Chris auf 17 (18/19). Dazu Platz 2 in der Teamwertung, wieder hauchdünn an Platz 1 vorbeigeschrammt, aber die nächste Regatta kommt in Büsum, bis dahin sieht man sich beim Training auf dem Wasser, bzw. am Mikrofon, damit die nächste Siegesrede routinierter von den Lippen geht... ;-)
 

 
 

 

by Chris