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Nach Dranske/Rügen und Norderney war Fehmarn die dritte Station im DWC-Zirkus. Die Wettervorhersagen waren für das Regattawochenende 27. bis 29.05., was die Temperaturen und den Sonnenschein anbelangte, deutlich besser als bei den beiden vorherigen Regatten, die Windvorhersage mit 3-7 Knoten sah dafür umso schlechter aus. Der Veranstalter gab für die Freestyler Entwarnung, so dass auf Fehmarn nur die Disziplinen Racing und Slalom zum Einsatz kommen konnten.
 

 
Die Erfahrungen mit den Wettervorhersagen, gerade bei den diesjährigen Regatten, und die nicht sehr stabile Wetterlage über Nordeuropa ließen dennoch optimistisch auf Wind hoffen, denn in der bisherigen Saison war nur eins sicher, das genau das nicht eintreffen würde, was die Windvorhersage angab.
 

 
Das Bayer-Team war bis auf Denis Standhart, der kurzfristig beruflich in die Türkei beordert worden war, komplett angetreten um in den Disziplinen Racing und Slalom wichtige Ranglistenpunkte für die Teamwertung zu sammeln. Aber Denis war quasi unsichtbar anwesend, indem er wahren Teamgeist bewies und per SMS alles und jeden permanent über die aktuellen Dönerpreise in Istanbul unterrichtete und im Gegenzug stets auf dem laufenden gehalten werden wollte.
 

 
Am Anreisetag gab es noch 6-10 Knoten Wind die einige DWC´ler nutzten um ihr Material zu testen und auf Schwachwind einzustellen. Chris hatte vermutlich zuviel Formel1 Berichterstattung gesehen, und ließ Klaus als Testfahrer sein Material tunen. Abends konnte man die Anstrengungen, sei es von der Anreise oder dem Materialtuning, den Teilnehmern ansehen, trotz Flautenmeldung für den nächsten und ersten Regattatag war im Fahrerlager früh Feierabend und ein alter Regattahase aus HH schlief direkt nach dem Abendessen im Campingstuhl ein, sehr zur Erheiterung der restlichen Anwesenden.
 

 
Am nächsten Morgen kam pünktlich zum Skippersmeeting die Flaute, natürlich entgegen der aktuell eher optimistischen Ansagen der Wetterdienste. Das Bayer Team war auch für dieses Szenario optimal vorbereitet, und Klaus konnte vor staunendem Publikum seine geradezu unheimlichen Fähigkeiten beim Boulen demonstrieren, bis schließlich keiner mehr mit ihm spielen wollte. Die Surfer nutzten die Gelegenheit um eine Fahrerbesprechung abzuhalten. Neben der Wahl neuer Fahrersprecher, Jörg Volenec, Chris Opitz und Daniel Müller, wurden auch aktuelle Themen besprochen, insbesondere um den Deutschen Windsurfcup für Neueinsteiger interessanter zu machen. Um 17:30 wurde bei konstant anhaltender Flaute die Startbereitschaft aufgehoben und nachdem Chris zusammen mit Toni Wilhelm unter der Anleitung von Bernd Flessner auf dem nahe gelegenen Golfplatz für Angst und Entsetzen gesorgt hatte, wurde der erste Regattaabend in gemütlicher Runde beim gemeinsamen Grillen, beendet.
 

 
Für den zweiten Regattatag war Wind zwischen 10 und 16 Knoten gemeldet, doch die Windvorhersage traf, wie konnte es anders sein, nicht ein, Wind um die 0,5 - 7 Knoten begleitete uns von 09:30 - 17:30, so dass neben der Suche nach einem Schattenplatz die Aktivitäten des Vortages noch einmal wiederholt wurden, ohne das die Segel auch nur in die Nähe des Wassers kamen. Kaum war die Startbereitschaft gegen 17:30 beendet, drehte der Wind um 180° und nahm, entegen jeglicher Vorhersage, deutlich zu, so dass man locker mit 10,5m² Racing bzw. auch schon Slalom fahren konnte. So blieb uns nur die Hoffnung dass der Wind bis zum dritten und letzten Regattatag anhalten würde, denn auch bei Sonnenuntergang wurde der Wind nicht abgeschaltet.
 

 
Skippersmeeting war am dritten Regattatag auf 09:00 Uhr angesetzt und der Wind reichte mit 10-13 Knoten endlich für Kursrennen. Regattaleiter Walter Mielke plante drei Rennen "back to back", das heisst unmittelbar nacheinander, durchzuführen, mit Start für das erste Kursrennen um 09:30. Kurz vor dem Start fuhr Klaus den Kurs ab um die Revierbesonderheiten und den Wind zu erkunden. Zusammen mit seinen Teamkollegen wurde die Regattastrategie für den ersten Lauf auf dem Wasser abgestimmt, Start über Steuerbord mitten durch das Feld der anderen Starter und unter Land hoch zur ersten Tonne. Der Plan ging auf, mit einem großen Vorsprung erreichte Klaus als erster die Luvtonne und Chris kam als vierter oben an. Toni Wilhelm (Olympiateilnehmer Athen) konnte Klaus vor dem Ziel noch einholen. Die Bilanz für das Bayerteam nach dem ersten Lauf, Platz 2 Klaus, Platz 3 Vincent und Platz 10 für Chris.
 

 
Kurz vor dem geplanten 2ten Start ging der Wind unter das Windlimit und die Teilnehmer wurden zurück an Land geschickt. Sollte es keine weitere Rennen mehr geben, so wären diese Platzierungen ein Super Endergebnis für das Bayerteam, Platz eins Teamwertung, zweiter und dritter Platz Overall, bester Jugendlicher (Youth) und bester Master. Der Wind nahm jedoch während des Wartens wieder zu und somit war das Endergebnis wieder offen, Startzeit für Lauf zwei 12:30. Bei den Rennen Zwei und Drei kam Klaus als zweiter an der ersten Tonne an und setzte damit den Grundstein für sein bisher bestes DWC-Endergebnis. Die weiteren Rennen arteten tatsächlich noch in sportliche Betätigung aus, denn der ablandige Wind nahm beständig zu, und ohne Chance zwischen den Rennen die Segel zu wechseln wurde der Kurs mit dem 12er Segel relativ spaßig. Insgesamt wurden vier Rennen gefahren die das Bayerteam wie folgt beendete, Klaus Platz 2, 5, 2 und 7, Vincent Platz 3, 6, 4 und 5, Chris Platz 10, 14, 17 und 24.
 

 
Um 15:45 folgte die Siegerehrung, Platz 1 Punktgleich mit dem zweitplazierten Toni Wilhelm belegt Bernd Flessner, Bernd ist damit auch bester Master, auf Platz 3 Klaus (zweitbester Master), Platz vier für Vincent und damit bester Jugendlicher (Youth), Platz 16 Chris. Das Bayerteam belegte hinter Team "No.1" den zweiten Platz.
 

 
Gespannt erwartet das Bayerteam die nächst Regatta in Boltenhagen, an der auch Teamkollege Denis Standhardt wieder in das Regattageschehen eingreift. Mit dieser Leistung und bei vergleichbaren Bedingungen und etwas Glück könnte das Bayerteam hier die Teamwertung für sich entscheiden.
Bis Boltenhagen!
 

 

By Klaus