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Wie in jedem Jahr fand die Auftaktveranstaltung des DWC`s auf Rügen statt. Genauer gesagt in der nördlichsten Ecke, Dranske, weitere Anfahrt war damit kaum möglich. Entsprechend trudelten die Fahrer teilweise schon lange vor dem Start der Regatta ein, um noch etwas zu testen und sich auf dem Revier einzufahren. Doch der Wind spielte an den Tagen vor dem Wettkampf nicht mit, so dass das erste Rennen mit großer Spannung erwartet wurde. Denn erst das erste Rennen würde Gewissheit über das Wintertraining und das neue Material bringen.
 

 
Das Windsurfteam trat in Komplettbesetzung gegen die starke und zum Teil neu formierte Konkurrenz an. Mit 66 Startern aus 4 Nationen galt der Spruch; viel Feind, viel Ehr. Der erste Regattatag begann früh, kalt und ablandig windig und sollte bei den anspruchsvollen Bedingungen sehr bereits kraftraubend werden. Regattaleiter Holger Lass setzte gleich zum fröhlichen Einstieg drei Kursrennen back to back an, d.h. direkt hintereinander ohne große Pause und so begann um 10:30 die Regattasaison 2005 mit dem ersten Startschuss.
 

 
Klaus und ich erwischten einen sehr guten Start in die Saison. Klaus erkämpfte sich Platzierungen in den Top Ten, und das bei bei starker polnischer, finnischer und australischer Konkurrenz. Bei mir hätte es mit einem 2. und 3. Platz kaum besser anfangen können. Im 3. Rennen hatte ich leider einen Frühstart, wohl etwas zuviel Risiko beim Start. Bei Chris und Denis waren die ersten Platzierungen noch ausbaufähig, aber viel Zeit zum ausruhen gab es nicht, denn direkt nach den Kursrennen wurde die erste Slalomelimination gestartet.
 

 
Wir hatten alle mit Wasser- und Lufttemperaturen um die 5° zu kämpfen, die auch das Warten zwischen den Heats, insbesondere bei ablandigem Wind nicht unbedingt zu einem reinen Vergnügen machten. Nachdem der Wind in den letzten Kursrennen schon ziemlich sportlich war, ließ er pünktlich zum Slalomstart nach. So kamen im Slalom alle Teammitglieder ins A-Finale, leider mit Ausnahme von mir, da ich in Windlöchern bei grenzwertigen Bedingungen stehen blieb und so nur ins B-Finale fahren konnte. Die Finalläufe konnten bei dem weiter abnehmenden Wind nicht mehr durchgeführt werden, allerdings waren am Ende des Tages auch alle einigermaßen froh, als sie endlich warm und trocken in die Kissen sinken durften.
 

 
Auch der zweite Tag sollte keine Ausflugsfahrt werden. Temperaturen im einstelligen unteren Bereich, dazu böiger ablandiger Wind. Zunächst wurde der angefangene Slalom beendet, mit Segeln um 7.6qm gut angeblasen. Denis knüpfte an die Erfolge des letzten Jahres an und wurde hinter Bernd Flessner und Helge Wilkens 3ter. Eine zweite komplette Slalomelimination folgte, bei der ich 3ter wurde, Denis folgte auf 6, Klaus direkt dahinter auf 7. und Chris komplettierte das Teamergebnis mit einem 10ten Platz.
 

 
Bei nachlassendem Wind gings erneut raus aufs Wasser, in der Disziplin Formula Racing. Nachlassend war allerdings Definitionssache, denn Wind bis 18 Knoten bescherten den unzähligen Zuschauern spannende Aktion und einige spektakuläre Abgänge auf dem Kurs.
 

 
Auch mich erwischte es beim rausfahren, das Board bremste abrupt von 40km/h auf null und mich katapultierte es nach vorne, definitiv ein richtiger ordnungsgemäßer Schleudersturz. Der Grund war ein 1m langer Hornhecht, der daraufhin beduselt in die Tiefe des Rügener Boddengewässers abtauchte. Auch andere Teilnehmer konnten ähnliche Erfolge in der Fischerei berichten, teilweise mitten im Rennen Die Kurse waren irrelang und super anstrengend. Viele Halbwindschenkel ließen die Beine brennen und den Bizeps schmerzen.
Nach übertariflichen Stunden auf dem Wasser konnte man nach 2 weiteren Kursrennen endlich die Unmengen von Material weg stauen, die Wünsche reduzierten sich an diesem Abend auf warme Dusche, Essen, Schlaf...
 

 
Auch der Samstag begann sportlich mit 2 langen Kursrennen, mit interessanter, um nicht das Wort abenteuerlich zu verwenden, Kursführung. Immerhin gab es dann für die Fahrer eine Verschnaufpause weil der Wind unter das erforderliche Limit ging und die Sonne wenigstens einen Hauch von Frühlingsgefühlen aufkommen ließ. Blieb also Zeit, die bis dahin gefahrenen Ergebnisse Revue passieren zu lassen, und mit Denis, Vincent und Klaus in den Top Ten sah die Zwischenbilanz gar nicht so schlecht aus. Schlecht war allerdings, das die neue Deboichet Finne von Denis abhanden kam und nunmehr nicht ganz rechtmäßige neue Besitzer hat…Auch die Party im Partyzelt gleich neben dem Fahrerlager artete ein wenig aus, und die laute Musik störte bis tief in die Nacht.
 

 
Der letzte Tag war mein Pechtag, und auch der Rest vom Team hatte das ein oder andere Problem zu überwinden. Im ersten Kursrennen des Tages hatte ich einen Frühstart und wurde somit disqualifiziert. Das war besonders ärgerlich, da das Rennen geführt hatte. Auch Denis konnte sich nur kurz über seinen guten Zieldurchgang freuen, ebenfalls Frühstart. Blieb erfreulich Chris auf Platz 15 zu vermelden, und Klaus als bester Deutscher in diesem Rennen hinter den Seriensiegern aus Polen.
 

 
Im zweien Rennen passierte es dann. Nach einer Halse meldete sich mein Rücken mit einem komischen Geräusch und relativ bewegungsunfähig war für mich der Tag und die restliche Regatta gegessen. Ich verpasste 2 weitere Kursrennen und einen Slalom, ging nicht über Los, oder zur Siegerehrung sondern direkt in ärztliche Betreuung.
Auch Chris erwischte keinen guten Start in das 9te Kursrennen. Zunächst wurde er von dem führenden Polen kurz vor dem Startschuss umgefahren, kurz danach in einen 2ten Crash verwickelt. Bei der Kollision mit dem Polen verletzte er sich am Knie, versuchte noch im 10ten Rennen anzutreten, kam aber nicht viel weiter als bis zur Startlinie, wo er erneut trotz Vorfahrt umgefahren wurde. Aufgrund der Verletzung konnte er die folgenden 2 Kursrennen nicht mehr antreten und musste einen Antrag auf Wiedergutmachung nach den gewonnenen Protesten stellen, um das Handicap wieder auszugleichen. Denis und Klaus dagegen drehten noch einmal trotz kleinerer technischer Probleme richtig auf und verbesserten sich mit konstanten Topplatzierungen im Kursrennen. Und auch im nachfolgenden Slalom konnten Denis (3ter), Klaus (4ter) und Chris (7ter) noch einmal punkten.
 

 
Damit Platz 2 in der Teamwertung, ein guter Einstand wie im Vorjahr. Auch Denis mit Platz 3 overall und Platz 3 im Slalom knüpfte nahtlos an die Leistungen des Vorjahres an. Klaus mit Platz 5 overall auch richtig stark gestartet (8ter Race / 5ter Slalom), mit Handicap Vincent auf 11 (22 / 8) und Chris auf 16 (32 / 9).
 

 
Bereits am Freitag geht es auf Norderney beim White Sands Festival weiter, bis dahin !
 

 
by Vinc