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Südfrankreich

"Nach dem Spiel ist vor dem Spiel" war das Zitat vom Teamkollegen Chris Hafer nach meinen Sieg der Masterwertung bei der Formula Windsurfing Masters Championship 2004. Dieses Zitat wirkte für mich sehr motivierend und so freute ich mich umso mehr nach über 15 Wochen Surfpause und trocknem Kraft- und Ausdauertraining wieder auf Wasser zu dürfen. Nachdem ich die neuen Boards von Starboard erhielt ging es am 25.12.2004 endlich wieder los, in unser Winterdomizil Südfrankreich. Mein Trainingspartner und stärksten Master-Mitstreiter Deutschlands Jörg Volenec weilte bereits vor Ort. Schon auf der Hinfahrt bekamen wir eine SMS von ihm mit dem Hinweis er sei in Carro, einer der besten Wellenreviere in Südfrankreich. In Carro angekommen gab es bei 6°C kaltem Nordwind ein kurzes Hallo bei den Surfkollegen und eine etwas längere Begrüßung bei Jörg.
 

 
Am nächsten Morgen, der Wind immer noch sehr nördlich und für Carro zu ablandig. Nach kurzer Rücksprache wurde beschlossen in Richtung Marseille aufzubrechen, denn bei Nordwind soll am Strand von Marseille der Wind und die Welle Sideshore ankommen. Eine Wohnmobilkolonne aus sieben Wohnmobilen, kam nach kurzer Fahrt durch Marseille in Prado an. Der Ein- und Ausstieg war über eine Betonrampe möglich, die von großen Steinen (Wellenbrechern) umsäumt war. Das Starten und Anlanden verlangte ein gutes Timing und gute Materialbeherrschung. Der Wind kam Sideshore und somit optimal für das 4,5 bzw. 5,0 m² Segel, die Wellen waren noch nicht sehr groß und die Temperaturen mit 7°C sehr erfrischend. Die ersten Windsurfer waren bereits auf dem Wasser.
 

 
Die Wellen wurden mit der Zeit immer höher und wir begannen, uns auf ein kaltes Bad vorzubereiten. Endlich nach 15 Wochen wieder Salzwasser im Gesicht und einen Gabelbaum in der Hand. Zwar mit einer Gabellänge von 1,65m ziemlich klein und ungewohnt, aber für den Anfang doch nicht verkehrt. Ich kam mit 5,0m² und dem Acid77 recht gut mit den Bedingungen zurecht und vergas ganz die kalten Lufttemperaturen. Das Wasser war mit seinen 13°C relativ warm und so kamen einen die ersten Waschgänge und Stürze auch nicht sehr unangenehmen vor.
 

 
Ich hatte noch den neuen EVO80 dabei und entschloss diesen auch gleich auszuprobieren. Jungfernfahrt, der erste Eindruck auf dem Wasser war nicht schlecht. Der EVO glitt früh an und beim Wellenabreiten macht er einen unkomplizierten Eindruck. Durch seine Dimension (Breite 58cm, Länge 234cm) taucht das Brett nicht gleich ab, so das man ohne größeren Zeitdruck entspannt seine Manöver ausführen kann. Der Wind ließ nach und die Wellen wurden immer besser. Schade, das Surfen musste beendet werden und weitere Eindrücke vom Evo80 mussten später folgen. Für diesen Tag war es das mit dem Surfen und gemütlich gingen wir mit Martin, Ariane und Jörg in ein Kaffee und genossen den dort den schönen Abend. Der Kaffee war zwar fast unverschämt teuer, aber da etwa ein ganzes Pfund sehr steif geschlagene Sahne und ein Schokokuchenstück obenauf waren, ersparten wir uns alle das Abendessen.
 

 
Am nächsten Morgen ging es weiter in Richtung Toulon nach Hyeres. Hier trafen wir, wie all die anderen Jahre, eine Menge bekannte Gesichter. Der Wind ließ nicht lange auf sich warten und weiter ging es in La Madraque mit dem 9,0m2 und dem neuen Sonic 125, Jungfernfahrt die Zweite. Schon nach den ersten Metern fühlte ich mich auf den Sonic 125 sehr wohl. Das etwas größere Board verträgt das 9,0m² besser als der Sonic 110. Einen objektiven Geschwindigkeitsvergleich konnte ich leider nicht machen, es mangelte an Vergleichsmöglichkeiten. Durch das breitere Heck und die unangenehmen Kabbelwellen war die Kombination 9,0m² Segel mit einer der 43cm langen Hurrican Slalomfinne nicht optimal. Die Finne war zu klein, Spinout trübt das Fahrvergnügen. Bei zunehmendem Wind gingen die Spinout's und der Fahrspaß stieg. Klare Verbesserung gab es bei den Halseneigenschaften, insbesondere das Durch-, bzw. Angleiten war leichter und besser als beim Sonic 110.
 

 
Bei etwas nördlicherem Wind konnte ich den Sonic 125 auch mit dem 7,6m² bei gleichmäßigerer Welle und nur 7°C Luft testen. Mütze auf und raus hieß die Devise. Der Fahrspaß wurde nur durch die lausigen Temperaturen getrübt. Die 39 Hurrican Slalomfinne funktionierte hier sehr gut und durch das kleine Segel ließen sich die Halsen noch leichter in das Wasser zirkeln. Pünktlich zum Jahreswechsel folgte eine kleine Flaute. Eine kleine Biketour verkürzte den letzten Tag und nach einem guten Essen, in Jörgs rollendem Bungalow, ging das Jahr und eine sehr schöne Surfsaison 2004 zu Ende.
 

 
Die Surfsaison 2005 begann, wie sollte es anders sein, mit einem Formula-Surftag und zugleich Jungfernfahrt Nummer 3, Formula 159. Der erste Blick ließ die Unterschiede zum alten 158 nur in der Farbgebung erkennen. Auf dem Wasser zunächst alles wie gewohnt, robust und zuverlässig, "Gott sei Dank". Der Formula 159 lässt sich noch leichter über Leekante fahren, liegt flacher im Wasser und zeigt zudem verbesserte Kreuzeigenschaften. Bei der Wende zeigt sich eine stabilere Lage im Wasser (Bug taucht nicht mehr so leicht ab). Auf Halbwindkurs ist der 159er verdammt schnell und sehr ruhig. Diese Fahreigenschaften vermittelt einem zusätzliche Sicherheit und Kontrolle. Großes Vergnügen bereiteten mir die Downwindkurse, auch hier bleibt alles sehr ruhig und kontrolliert. Fährt man in eine Welle hinein so bleibt der Formula 159, trotz flacherem Unterwasserschiff, nicht in der Welle stecken. Ohne großes Ausbalancieren oder größere Geschwindigkeitsverluste geht die Fahrt über die Wellen weiter.
 

 
Der 158 hatte schon gute Kontrolleigenschaften, ohne diese hätte ich nicht die Erfolge in der Saison 2004 erreichen können, (DWC Mastersieger, Bester bei den German Funboardmasters und schließlich Titelträger Formula Windsurfing Master Champion 2004), aber der Formula 159 verspricht eine noch verbesserte Kontrolle und verbesserte Fahreigenschaften. Ich bin auf die ersten Regatten sehr gespannt.
 

 
Der Urlaub und somit der 1. Wassereinsatz in 2005 ging mit einem schönen Wavetag in La Coudouliere (bei Six Fours) zu Ende. Mit dem 4,5 und 5,0 Segel konnten wir bei strahlendem Sonnenschein in den zwei Meter hohen Wellen surfen, dann schlief der Wind endgültig ein.
 

 
Die Nachmittagssonne und ein schönen Sonnenuntergang konnten wir noch genießen, dann ging es nach Hause. Bis zu nächsten mal, Anfang Februar, Klaus.