G-99   G-0 Windsurfteam.de
             
Teneriffa

Für Vincent und Denis hieß es mal wieder über Neujahr Training auf der kanarischen Insel Teneriffa. Beim Hinflug wurden wir zur Begrüßung gepflegt durchgeschüttelt. Gegenwind mit 120 Knoten und starkes Unwetter rüttelte ordentlich am Flugzeug und an unseren Nerven. Der erste Tag bescherte uns keine 120 Knoten, sondern Wind fürs 5,5er, doch leider konnte ich nicht aufs Wasser... LTU hatte meinen Surfstuff auf Fuerte ausgeladen, und dann aus unerklärlichen Gründen erst mal nach Madrid geschickt. Somit fielen die ersten 2 Tage zum Windsurfen aus, da sich mein Material auf einer iberischen Odysee befand.
 

 
Die Bedingungen der nächsten Tage verwöhnten uns. Über 3000km von Deutschland entfernt hatten wir Wind für 4,5er Segel und Mast hohe Wellen, incl. sehr angenehmer Temperaturen. Anfangs flössten uns die Riesenbrecher noch Respekt ein, doch schon nach kurzer Zeit zirkelten wir hohe Front- und Backloops in die Bucht von El Medano, quasi im Teaminternen Contest. Neben kleineren Blessuren, Blasen und Kratzern blieben Denis und ich weitgehend unverletzt, was man von meinem Bord und einigen Masten nicht unbedingt sagen kann. Ein hoher Backloop und ein harter Trapezhaken passen einfach nicht zusammen...
 

 
Wir wurden zwar die ersten Tage vom Wind verwöhnt, doch die Sonne ließ sich nicht wirklich oft blicken und somit waren die Tage auch nicht übermäßig warm. Jedoch reichte es zumindest immer für kurze Hose und Pulli, auch am Abend. Das Wasser war herrlich warm, jedoch war Denis mit den Felsen dort auf Kriegsfuß. Er versenkte eine Finne mit Schraube und Plättchen, immerhin blieb der Rest unversehrt. Auch an land gab es einige Besonderheiten zu beachten, insbesondere die Mietwagenbedingungen. Das Auto, welches Denis sich ausgeliehen hatte durfte er nicht abschließen und andre mussten sogar die Fenster offen lassen, damit bei einem Einbruch das Auto nicht all zu doll beschädigt wird... auch eine Art von Vorsorge...
 

 
Bei den windreichen Bedingungen war wenig Zeit, und so blieb meine Verpflegung als Selbstversorger relativ einseitig, aber immerhin kohlehydratreich; Morgens Brot, Mittags und Abends Nudeln mit Ketchup und Streukäse. Als Alternative am Abend vergnügten Denis und ich uns in einer Bar mit, wie wir einstimmig fanden, sehr netter und hübscher Bedienung. Auf unseren Bestellplan stand Bocadillo Pollo ( Baguette mit Salat und Pute) und Sumo de Fresa ( Erdbeermilch Shake), um zumindest ein wenig Variation in unseren Speiseplan zu bringen. Wie in Spanien üblich wurde der Jahreswechsel auf der Plaza, dem Marktplatz gefeiert. Natürlich waren wir auch pünktlich da, um das Feuerwerk zur Jahreswende nicht zu verpassen. Es waren erstaunlich wenig Touristen dort, was uns aber nicht störte, sondern eher im Gegenteil für eine sehr schöne Atmosphäre sorgte. Der restliche Abend bzw. Nacht bleibt geheim... aus uns bekannten Gründen...
 

 
Der Windgott hatte ein Einsehen mit uns, denn am nächsten Tag war zum Glück Flaute, so dass wir bei über 30 Grad Lufttemperatur die Sonne bei einer ausgiebigen Siesta geniessen und das Jahr ortsangemessen gaaaanz langsam einleiten konnten. Am Abend legte ich noch eine kurze Wellenreitsession ein und Denis ging laufen, den Pulsmesser immer fest im Blick. Auch am 2 Januar 2005 verwöhnte uns die Sonne, doch der Wind ließ sich jetzt schon zum dritten Tag nicht wirklich blicken. Langsam wurden wir unruhig. Zwar fuhren wir immer einige Stunden mit dem 6er Segel, doch mit kleineren macht es doch deutlich mehr Spaß, und die ersten Tage hatten uns ziemlich verwöhnt.
 

 
Aber anscheinend hatte auch der Windgott nur eine ausgiebige Siesta eingelegt, um dann südländisches Temperament zu zeigen; Freestylewind bei kleinen Wellen fürs 5er war im Angebot Es war unglaublich voll auf dem Wasser und so hielten wir uns überwiegend weiter draußen auf und der Enge zu entfliehen. Das Highlight des Tages folgte jedoch am Abend; wir fuhren in ein kleines Bergdorf, um uns in einer urigen Atmosphäre uns von netter Bedienung die Spezialität der Dorfes anrichten zu lassen... Hähnchenkeulen knusprig frittiert oder gebraten (wir wissen es nicht) mit selbstgemachten Pommes und Kartoffeln. Ein Traum!
 

 
Da wir die Teller ordentlich leer gegessen hatten, ging es am letzten Tag dann noch einmal richtig los. Wind fürs 4er Segel und masthohe Wellen. Selbst die Locals sagten uns, dass sie solche Bedingungen noch niemals vorher gehabt haben. Es war wirklich der Wahnsinn. Wenn du eine Welle runtergefahren bist wurdest du so schnell... unglaublich. Man ist "Berge" runtergesurft! So etwas habe ich vorher noch nie erlebt, aber nach kurzer Eingewöhnungszeit war es Spaß pur. Für mich und Denis ging das Training wie im Fluge vorbei und wir können nur jedem empfehlen dort Windsurfen zu gehen!
 

 
Wir sehen uns auf der Boot in Düsseldorf, oder wieder am Strand...