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Sardinien

Mitte März hieß die Devise für mich und ein paar andere Nordlichter mal wieder: ab in den Süden! Auf der Suche nach optimalen Surfbedingungen war der Norden Sardiniens unser Ziel. Die 1600km von Kiel nach Livorno, wo die Fähre abfährt, schafften wir in gut 16 Stunden. Obwohl in Italien, legte die Fähre pünktlich ab und schüttelte uns ordentlich durch, was zumindest schon mal Wellen und Wind versprach. Ein Tipp: Bei der Fährgesellschaft Linea di Golfi ist Camping on Deck möglich und zudem noch in der Regel die günstigste Wahl. Morgens kaum angekommen wurden wir in Porto Pollo, einem pefektem Flachwasser Freestyle Revier , von satten 5 Bft und herrlicher Sonne mit 20C begrüßt. Um diese Jahreszeit darf man auf dem Damm kostenlos stehen und übernachten, da der Campingplatz noch zu hat. Frischwasser kann man im nächst gelegendem Dorf ( Sant Pasquale) kostenlos aufnehmen. An dieser Stelle die Bitte an alle Wildcamper; haltet die Gegend sauber, bevor freies Campen auch im Winter verboten wird!
 

 

 
Auch in Porto Liscia, auf der andren Seite der Bucht, kann man um diese Zeit direkt am Strand campen. Allerdings ist es schwierig dort hin zu finden, deshalb hier eine kurze Wegbeschreibung: Man fährt Richtung Westküste von Porto Pollo aus gesehen ca 10 Kilometer. Auf der rechten Seite kommst ein rotes Haus, vor diesem rechts in den kleinen Weg einbiegen und ihn 6 Kilometer durch die Pampa folgen. Dann ist man am einem wunderschönen Strand, an der Westseite der Bucht von Porto Pollo. Die folgende Woche ging wie im Flug vorbei. Jeden Morgen Wind für den Kursrenner und ab ca. 12 Uhr konnte man unter 6 m2 und das Freestyle Board fahren. Das Wasser hat um die Jahreszeit ca. 15 Grad, so dass man schon Kurzarm fahren konnte. Für mich optimal, um mich auf meinen neuen Boards von Fanatic einzufahren.
 

 

 
In der zweiten Woche setzte dann Sturm ein und an Kursrenner fahren war nicht mehr zu denken. Der Mistral blies ununterbrochen mit mindestens 6 Bft. In der Nacht drehte der Wind manchmal so doll auf, dass an Schlaf nicht mehr zu denken war. Wenn der Wind in Porto Pollo zu heftig wird, fährt man an die Westküste zu den berüchtigten Wavespots von Sardinien. Der nächstgelegenste Spot mit riesigen Brechern ist Majori. Er ist 30 km entfernt und leicht zu finden, da der erste ausgeschilderte Weg zu Wasser zu ihm führt. Jedoch kommen erst nach 3 Tagen Mistral große Brecher an den Strand gerollt. Er ist auch relativ gefährlich, da links und rechts Felsen den Spot begrenzen und eine nicht zu unterschätzende Strömung herrscht.

Der 2te und wohl bekannteste Wavespot ist Vignola. Allerdings mit schwerem Einstig, da die Wellen ungehemmt auf den Strand brechen. Mein Tipp ist auf der linken Seite der Bucht zu surfen, da die Wellen dort sauberer, geordneter und besser zum abreiten sind. Auch der Einstig ist dort leichter und weniger mit Risiken für das Material im Shorebreak.
 

 
Der Wind brachte leider auch das schlechte Wetter mit. Die Temperaturen sanken und sogar gehagelt hat es zeitweise. Aber für Kieler Nordlichter immer noch erträglich…wenn auch die Bedingungen ihren Tribut an Mensch und Material forderten. Insgesamt waren es traumhafte 14 Tage mit Wind für alle Segelgrößen und Bedingungen für alle Boards. Sardinien hat mal wieder gezeigt, dass es zu den windsichersten und bawechslungsreichsten Revieren gehört, die nicht all zu weit entfernt sind.

CU on the water... bald wieder in heimischen Gefilden!